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Top-Thema | 30.01.2007

Hoch im Kurs, aber noch kein Öko-Traum: Biokraftstoffe

Sie sollen viele Probleme lösen: energiepolitische, wirtschaftliche und klimatische. Aber Umweltschützer sehen Biokraftstoffe auch kritisch. Sind die alternativen Energien doch nicht so bio?

Biokraftstoffe sind in und ihr Markt boomt. In Deutschland werden sie dem konventionellen Kraftstoff beigemischt und fließen mittlerweile durch jede Zapfsäule. Etwa fünf Prozent des Benzins besteht aus Biosprit. Auch im Rest der Welt werden immer mehr energiereiche Pflanzen wie Zuckerrohr, Mais, Weizen oder Raps angebaut und zu Kraftstoff verarbeitet.

 

Die Ziele, die damit verfolgt werden, sind vielschichtig: Energiepolitisch geht es darum, von Öl- und Gasimporten unabhängiger zu werden. Es gibt auch wirtschaftliche Vorteile: Weniger Einfuhren bedeuten geringere Kosten für die Wirtschaft. Und natürlich sollen Biokraftstoffe auch umweltfreundlicher sein. Aber genau dieser Punkt ist umstritten.

 

Zwar stimmt es, dass die Verbrennung von Biokraftstoffen geringere Mengen des schädlichen Kohlendioxids (CO²) freisetzt als die Verbrennung fossiler Kraftstoffe. Aber WWF, Naturschutzbund und Umweltschutzorganisationen aus Lateinamerika warnen trotzdem vor dem Bio-Boom.

 

Denn in Brasilien, Indonesien und Malaysia hat die Rodung des Regenwaldes zugenommen, um Platz zu schaffen für neue Anbauflächen. Die Brandrodung verursacht riesige Kohlendioxid-Emissionen, die den Treibhauseffekt verstärken. Außerdem kann ein Zuckerrohrfeld oder eine Ölpalmenplantage bei weitem nicht so viel CO² speichern, wie ein Regenwald auf gleicher Fläche.

 

"Dabei gibt es noch beträchtliche Anbaupotenziale in Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten", sagt Jürgen Zeddies, Agrarökonom von der Universität Hohenheim. Diese Fläche könnte man für den Anbau nachwachsender Rohstoffe nutzen. Umweltschützer warnen allerdings davor, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Ihr Argument: Viele Pflanzenarten in Deutschland würden aussterben, weil sich durch die effiziente Flächennutzung die Bodenbeschaffenheit verändere.

 

 

GLOSSAR

 

etwas ist bio – umgangsprachlich für: etwas ist umweltfreundlich

 

etwas ist in– umgangssprachlich für: etwas ist sehr gefragt; etwas ist modern

 

etwas boomt – Anglizismus für: etwas erlebt wirtschaftlichen Aufschwung

 

konventionell – herkömmlich; üblich

 

vielschichtig – vielfältig

 

geringer – kleiner

 

Rodung, die – das Abholzen von Wald

 

Emission, die – die Abgabe; die Ausschüttung; der Ausstoß (zum Beispiel: von Schadstoffen)

 

Treibhauseffekt, der - die Erwärmung eines Planeten durch Gase in der Atmosphäre

 

etwas speichern – hier: etwas beinhalten; aber auch: etwas aufbewahren

 

Potenzial, das – die Möglichkeit; die theoretische Leistungsfähigkeit

 

etwas voll auszuschöpfen -  etwas ganz und gar nutzen

 

effizient – wirkungsvoll; wirtschaftlich

 

Bodenbeschaffenheit, die – die Struktur des Bodens

 


Fragen zum Text

 

Etwas, das als bio bezeichnet wird, gilt als...

1.      besonders umweltfreundlich.

2.      besonders gut verdaulich.

3.      besonders ungesund.

 

Die Verbrennung von Biokraftstoffen setzt......Mengen des schädlichen Kohlendioxids frei als die Verbrennung fossiler Kraftstoffe.

1.      geringere

2.      größere

3.      bessere

 

Jemand, der sein Potenzial voll und ganz ausschöpft...

1.      traut sich nicht sehr viel zu.

2.      könnte noch viel mehr leisten.

3.      nutzt seine gesamte Leistungsfähigkeit.

 

 

Arbeitsauftrag

Biokraftstoffe nutzen, Müll sortieren, einer Umweltorganisation beitreten – was kann man für eine saubere Umwelt tun? Schreiben Sie zehn Möglichkeiten auf, wie man die Umwelt schützen könnte.

 


 
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