Das DW-Team
Tina Gerhäusser

"Wissen wollen, warum jemand so und nicht anders handelt, das ist der Motor", sagt Tina Gerhäusser. "Und danach fragen, kann ich in keinem Beruf so frei und direkt wie als Journalistin."
Wenn es gut läuft, vergesse ich die Kamera, das Mikrofon, die kalten Hände und das Gegenlicht. Dann werden die Minuten immer dichter und ich verstehe eine Sache mehr auf dieser Welt – egal, ob ich gerade vor oder hinter der Kamera arbeite. Am meisten Spaß macht es, Wissen lebendig weiterzugeben: seit Dezember 2007 in den Nachrichten für das Journal, aber im Grunde schon seit der ersten Reportage Ende der 90er. Deshalb nach dem Studium – Geschichte und Französische Literaturwissenschaft in Tübingen und Aix-en-Provence – nicht Wissenschaft, sondern noch mehr Rundfunk: Radioreportagen, und -berichte unter anderem für SWR und Deutschlandradio Kultur, sowie Fernsehberichte für den WDR.
Nach dem Volontariat bei der Deutschen Welle 2006 der Start als Moderatorin und Redakteurin im aktuellen Nachrichtenprogramm von DW-Radio. Und parallel dazu Sportberichterstattung für DW-Radio und DW-TV. Über die Weltmeisterschaft 2006 zu berichten, zählte zu den Höhepunkten; vom ersten Tor gegen Costa Rica bis zum letzten Elfmeter für Italien live in Paris.
Immer wieder raus, auf Reportagereise zu gehen, das ist mir wichtig. Damit die Balance stimmt zwischen Senden und Empfangen. Besonders prägend war die Reise nach Mali als Stipendiatin der Heinz-Kühn-Stiftung. Sechs Wochen auf den Spuren junger Auswanderer: erfahren, warum so viele Malier ihr Leben für die Reise nach Europa aufs Spiel setzen, und erleben, wie schwer es sein kann objektiv zu bleiben. Das wirkt nach, wenn das Studiolicht angeht und es nur noch ein paar Sekunden sind bis die spannende Arbeit vor der Kamera beginnt.
Und die Glücksmomente jenseits der Arbeit? Die spielen sich zwischen Berlin und Köln, Paris und Marseille ab. Gummistiefel an und den nächsten Feldweg einschlagen; Felsen rauf und den ersten Zipfel vom Mittelmeer sehen; Mütze auf und gegen den Wind nach Hause radeln. Da noch mal das Radio andrehen und die letzten Minuten der Hörspielnacht erwischen.





