Made in Germany (deutsch)
Das Familienunternehmen der Gebrüder Mehler – Eine Textilfabrik in Deutschland
Globalisierte Märkte wirken sich auf die europäische Textilproduktion negativ aus: Sie schrumpft. Gegen diesen Trend behauptet sich die Tuchfabrik in Tischenreuth. Ludwig Mehler führt mit Cousin Paulus und Schwester Edith das 1644 gegründete bayerische Familienunternehmen erfolgreich in der 11 Generation.
Ihre Strategie: flexible Individualproduktionen, höchste Qualität, günstige Preise. Statt traditioneller Lodenstoffe werden neuerdings hochbelastbare Stoffe für Industrie und Berufsbekleidung sowie den Export produziert und zwar von der Garnspinnerei über die Färberei bis zum Webprozess. Vor vier Jahren haben die Textilproduzenten auch noch die insolvente Spinnerei Forst übernommen. Seitdem konnten sogar neue Mitarbeiter eingestellt und der Gesamtumsatz verdoppelt werden. Christian Pricelius hat sich umgesehen.
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Ludwig und sein Cousin Paulus Mehler, die beiden Juniorchefs des Unternehmens. Paulus ist der Geschäftsmann, ganz traditionell mit bayerischer Trachtenjacke.
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Paulus Mehler: "Wir sind charakterlich sehr unterschiedlich. Jeder hat so seine Eigenschaften und seine Vorzüge. Ludwig ist ein exzellenter Techniker. Ich, im Gegensatz überhaupt nicht. Mein Schwerpunkt liegt im kaufmännischen Bereich. Das ist wiederum ein Metier mit dem Ludwig weniger anfangen kann, und somit ergänzen wir uns wirklich prima. Das ist eine Situation die vorzüglich ist, weil jeder so seinen Schwerpunkt hat."
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8.000 verschiedene Ballen gibt es im Lager der Tuchfabrik. Vom Industrie- bis zum Anzugstoff. Zur bayerischen Tradition gehört der Lodenstoff einfach dazu.
Paulus Mehler: "Die Lodenproduktion. Das ist ein sehr traditionelles Produkt. Das gibt es schon über Hunderte von Jahren und macht auch bei unserer Produktion noch einen wichtigen Beitrag. Hier haben wir so ein traditionelles Produkt. Vom Griff und von der Farbe her könnte das in der Art vor 100 oder 150 Jahren bei uns produziert worden sein."
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Stoffe nach Wunsch des Kunden produzieren die Mehlers innerhalb von 5 Tagen. Das geht nur, weil alle Produktionsstufen an einem Ort ablaufen: färben, spinnen und weben.
Paulus Mehler: "Wir haben sogar einen Guiness-Rekord aufgestellt - vom Schaf bis zum fertigen Anzug innerhalb von einer Stunde und zwei Minuten. Es mussten die Schafe geschoren werden, es musste ein Faden gesponnen werden, gewebt. Dieses Gewebe wurde natürlich nicht ausgerüstet, aber es wurde sofort konfektioniert mit Sakko, Hose, Weste. Und das alles innerhalb einer Stunde. Das war ein großes Ereignis für uns."
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Besprechung mit Ludwig Mehlers Vater und seiner Schwester. Edith Mehler beschafft die Wolle und denkt sich Muster aus. Die Chefs leben mit den Familien auf dem Firmengelände.
Ludwig Mehler: "Wir sind hier alle immer schon im Kindesalter unterwegs gewesen und man ist es gewohnt, immer den Betrieb um sich zu haben."
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Alfred Mehler: "Das war zu meiner Zeit genau das Gleiche. Wir waren 23 Cousins und Cousinen hier in diesem Haus in der Firma. Das waren also die Kinder der vier Besitzer und wir sind hier in einer großen Gemeinschaft aufgewachsen."
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Das bayerische Städtchen Tirschenreuth in der Oberpfalz. Eine traditionelle Textilregion. Seit 1644 arbeiten die Mehlers hier als Weber - in der 12 Generation.
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Alfred Mehler: "Für unsere Firma und unsere Familie ist die Religion immer sehr wichtig und eine große Stütze gewesen. Über der Eingangtür wurde zu Heilige Drei Könige der Spruch angebracht: "2008, Christus masionem benedicat" - "Der Herr segne dieses Haus". Über der Tür des Konferenzzimmers: "Rat vor der Tat sich stets bewähret hat". Im Treppenhaus ist ein Glasbild, wo ein Hirte, ein guter Hirte mit vier Schafen dargestellt ist. Das soll auch Bezug nehmen: Die vier Brüder, die die Firma von 1918 geleitet haben und der Schäfer ist Christus, der sie leitet."
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Um noch feinere Wollqualität zu bekommen, haben die Mehlers die Wollspinnerei in Forst gekauft, den modernsten Betrieb in Europa. Zum ersten Mal betreibt die Familie eine Produktionsstätte fernab von ihrer Heimat—eine logistische Herausforderung. Wolle zusammenstellen, — spinnen und färben. Die gesponnenen Garne gehen von hier aus direkt in den Verkauf. Und sie werden in die bayerische Weberei geliefert.
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Ludwig Mehler: "Wir haben jetzt Kunden, von der Spinnerei, die dann auch wieder Kunden von der Tuchfabrik in Tirschenreuth geworden sind. Aber erst durch das Garn, durch die Spinnerei, durch den Verkauf von Garnen haben sich diese Zusammenarbeiten ergeben. Trotz aller technischer Innovationen, am Anfang der Weberei steht immer noch das Schaf."
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Von der Rohwolle bis zum fertigen Stoff: Mit der Entscheidung für einen zweiten Betrieb, sehen sich die Mehlers gut auf die Zukunft vorbereitet.
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