Made in Germany (deutsch)
Abgekupfert: Kampf den Markenpiraten
Von Markenfälschung sind vor allem deutsche Autohersteller betroffen, bzw. deren Zulieferer. Besonders im sogenannten After-sales-Markt, in dem Werkstätten mit Ersatzteilen versorgt werden, sind Marke und Fälschung kaum noch auseinander zu halten.
Auch auf der Ersatzteilmesse "Automechanika" in Dubai Anfang Juni haben Fälscher und Markenhersteller in grimmiger Nachbarschaft ausgestellt. Das Emirat Dubai versucht zwar, seinen Ruf als Hauptumschlagplatz von Falschware mit verstärktem Zoll zu bekämpfen. Ein Gang zu verschiedenen Werkstätten und Händlern in der Stadt zeigt aber: An der ehemaligen Küste der Freibeuter gibt es nach wie vor Piraten, Produktpiraten. Sie zu erkennen, ist aber schwierig.
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Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: John Merck ist wieder da, wo er vor 30 Jahren begann: im Hafen von Dubai. Damals feilschte der Großhändler um Preise, heute schaut er, ob er Plagiate entdecken kann. John Merck vertritt den deutschen Autozulieferer Mahle. Eine Marke, in Dubai viel gekauft und deshalb auch gern gefälscht wird. Selbst in seinem Lager tauchten schon Plagiate auf. Merck weiß inzwischen, wie die Fälscher vorgehen: "Die gehen zu einem Händler hin, kaufen sich davon zwanzig Stück und schicken die zur Fabrik. Dann wird die Verpackung erst mal sofort gefälscht. Und dann geht das immer weiter. Manchmal haben wir alle möglichen Hinweise auf dem Filter und da machen sie oft Fehler, dass sie z.B. "Mute in Austria" nicht "Made in Austria" draufschreiben. Oder sie machen einfach Fehler, woran wir es erkennen können."
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Fahrt zur Ersatzteilmesse Automechanika. Das Emirat Dubai boomt schneller, als seine Verwaltungen hinterher kommen. "Doch die Fälscher", meint Merck, "kriegen nicht mehr alles durch. Die Scheichs kontrollieren neuerdings. Allerdings steckt der Zoll noch in den Anfängen."
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Die Weltmesse Automechanika. Der deutsche Händler kennt viele Regierungsbeamte und versucht, sie gegen Plagiate zu sensibilisieren. Die Firma Mahle, deren Stand er hier vertritt, verliert weltweit jährlich rund 40 Millionen Euro durch Fälschungen.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Auch Michael Dehn, der Veranstalter der Messe Frankfurt, hat damit zu kämpfen: "Das Problem ist immer, dass die Firmen nicht wissen wie sie hier ihre Brands registrieren können..." Jetzt schließen sich deutsche Markenfirmen zusammen. "Weil eins ist klar", sagt Dehn, "selbst wenn man unter Konkurrenten ist, das illegale Geschäft möchten alle hier ausmerzen und selbst da können Konkurrenten sehr gut zusammenarbeiten."
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Auf der Messe trifft Merck Großhändler von Mahle: eine Klausur über die Fälschertricks. Aus allen Kontinenten sind sie gekommen, um sich über die neuesten Finessen auszutauschen. Auch die Messeveranstalter sind in der Zwickmühle. Einerseits ist jeder Händler willkommen, doch Plagiateure müssen vorher aussortiert werden. Merk geht regelmäßig auf Kontrollpirsch mit dem Mahle-Vorstand.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: China dominiert die Messe. Das Land hat sogar eine eigene Halle. Hier heißt es: Immer freundlich bleiben, auch wenn es weh tut. Das weiß auch Arnd Franz, Vorstand bei Mahle, und zeigt auf eine rote Packung: "Wir haben genau diese Schriftart und Schriftsetzung für unsere eigene Kolbenringverpackung in Verwendung. Jetzt wird natürlich hier mit dem Markennamen Mahle nicht gearbeitet, aber dieses Design ist eins zu eins das gleiche Bilddesign, das wir auch für unsere Verpackung verwenden." John Merck dagegen bleibt diplomatisch: "Imitation sei die höchste Form des Kompliments", sagt er. Eine Chinesin ihm gegenüber gibt sich arglos. "Ist doch schön euer Design", sagt sie.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Dubai und der Handel mit Autoteilen. Abseits der Wolkenkratzer - eine riesige Zone nur mit Werkstätten. Originalware? Die findet sich hier kaum. Repariert wird auf Teufel komm raus. Dass Dubai neuerdings gegen Fälscher vorgeht, hat sich bis hier noch nicht rumgesprochen. Der Meister einer kleinen Auto-Werkstatt erzählt: "Von 100 Leuten wollen 80 lieber nachgemachte Teile. Die sind einfach um die Hälfte billiger."
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: John Merck fährt in den Hafen von Dubai: Stichprobe dort auf eigene Faust. Er findet Autoteile, die in den Iran verschifft werden sollen. Eine verdächtige Ladung. Müssen Hersteller hier ihre eigenen Zöllner sein? "Aber natürlich", antwortet Merck, "der Händler muss herkommen. Oder seine Leute. Unsere Firma hat hier auch Leute rumlaufen."
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Es ist halb vier nachmittags. Merck ruft wegen der verdächtigen Ladung beim Zoll an. Doch seit 5 Minuten ist dort Feierabend. Und so geht die Fracht ungestört in den Iran, nach Somalia oder nach Pakistan.









