1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose form 30 Languages

 
 
 

 

Made in Germany (deutsch)

Porträt – Jaron Wiedmaier: für Continental in Russland

So gut wie kaum ein anderer deutscher Manager kennt er die schönen und auch die weniger schönen Seiten Russlands. Jaron Wiedmaier arbeitet seit 2002 in Moskau.

Dort hat er es bis zum Continental-Chef in Russland gebracht. Auf dem Weg dorthin musste er allerdings eine große Niederlage einstecken: Das Joint Venture mit der Moskauer Reifenfabrik MRF war ein Misserfolg. Continental hat 2004 mehrere Millionen Euro verloren, fühlte sich betrogen und wollte Russland sogar verlassen. Wiedmaier hat das verhindert und das Russlandgeschäft des deutschen Reifenbauers neu strukturiert. Mit Erfolg: Heute hat in der Unternehmensleitung in Hannover keiner mehr Rückzugsgedanken.

-----------------------------------------------------------

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  06:15 Uhr – Jaron Wiedmaier startet in den Tag. 10 Kilometer sind Pflicht. Wiedmaier ist der Russlandchef des Deutschen Reifenherstellers Continental. Der 47-Jährige Manager lebt in den Pakrowski-Hills. Eine Oase in Moskau: "Hier wohnen fast ausschließlich ausländische Geschäftsleute. Es ist ein gesichertes Viertel. Es gibt hier auch eine ausländische Schule, die das Wohngebiet natürlich sehr interessant macht. Außerdem haben wir hier rundherum Wald, viel Luft zum Atmen, was in Moskau relativ rar ist." Hohe Lebensqualität ist teuer in Moskau. Die Reihenhäuser hier kosten bis zu 10.000 Euro im Monat Miete – je nach Größe.

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  07:45 Uhr – Frühstück. Der deutsche Manager ist mit seiner Familie nach Rußland gezogen. Die beiden Söhne gehen hier zur Schule. Die liegt im Wohngebiet. Und das wird von einem Sicherheitsdienst streng bewacht. Nicht nur zur Freude des Top-Managers: "Natürlich ist das nicht so schön, dass man 24 Stunden nicht nur behütet, sondern auch kontrolliert und überwacht wird. Aber das erfordert nun einmal die Sicherheitslage in dieser Stadt."

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  08:15 Uhr – Der Job ruft. Von den Pakrowskij-Hills bis ins Zentrum von Moskau sind es rund 12 Kilometer. Das kann bis zu zwei Stunden dauern – Wiedmaier regt sich über den Verkehr kaum noch auf: "Das geht von Morgens ums sechs, bis Mitternacht. Man steht hier dauernd im Stau."

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Wiedmaier arbeitet seit sechs Jahren in Russland. Schon damals haben wir über ihn berichtet, die Szenen spielen wir ihm auf seinem Laptop vor. Wiedmaier wollte mit der Moskauer Reifenfabrik ein Jointventure aufbauen. Ein Misserfolg sagt er heute: "Der Hauptgrund war, dass uns die Moskauer Stadtregierung versprochen hat, die hohen bürokratischen Hürden zu nehmen. Das hat sie aber nicht getan. Außerdem wurde das Projekt sehr viel teurer als gedacht. Dazu kam, dass der Joint-Venture Partner nicht liquide war und die Investition nicht mitgehen konnte. Das führte dann dazu, dass wir das Projekt abgesagt haben und uns aus dem Jointventure verabschiedet haben." Seit dieser Pleite konzentriert sich Continental nur noch auf den Import, verkauft Reifen an russische Großhändler.

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  12:00 Uhr – Kundenbesuch. Letztes Jahr setzte Continental in Russland 130 Millionen Euro um. Ein Rekord. Der Joint-Venture-Flop ist vergessen. Wiedmaier hat wieder Mut zum Risiko: "In Zukunft können wir uns vorstellen, dass diese Reifen hier vor Ort produziert werden. Da die Geschäftsentwicklung sehr gut ist. Um die Produktion zu realisieren brauchen wir einen kostengünstigen Standort und natürlich auch die Unterstützung der Behörden in Bezug auf die Genehmigungsverfahren. Denn die Genehmigungsverfahren dauern sehr lange. Wir brauchen aber eine schnelle Lösung."

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  17:00 Uhr – Essen mit Geschäftsfreunden in einem Moskauer Top-Restaurant. Ausgiebige Kontaktpflege ist in Russland immer ein Muss. Die Grundlage für gute Geschäfte und schnelle Genehmigungsverfahren sagt Wiedmaier: "Wir gehen sehr, sehr oft. Mindestens viermal die Woche geht man mit Kunden essen hier in Russland. Das ist normal und das wird auch von Dir erwartet. Nach den Geschäftsgesprächen, nach den Verhandlungen geht’s ins Restaurant um alles zu besiegeln.

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Es ist spät geworden. Wiedmaier und seine Geschäftsfreunde bleiben immer lange. Vor 22.00 Uhr kommt der Conti-Manager selten nach Hause. Doch sein Einsatz lohnt sich. Dieses Jahr erwartet Wiedmaier eine Umsatzsteigerung auf 200 Millionen Euro.

 
 
Artikel bookmarken

VersendenDrucken

Weitere Schlagzeilen



 

DW-TV EUROPA live

Germany Today - Window on Germany

Börsendaten
  • DAX

    DAX-Verlauf
  • DOW JONES

    DAX-Verlauf
  • Kursliste