Für den früheren Botschafter in Deutschland ist die Bundesrepublik wie eine zweite Heimat. In der Mongolei vermisst er die deutsche Pünktlichkeit und Disziplin. Diese will er seinen Landleuten langsam beibringen.
Terbishdagvas Augen glänzen, wenn er an Deutschland denkt
Name: Terbishdagva
Land: Mongolei
Geburtsjahr: 1956
Beruf: Mitglied des Parlaments der Mongolei und ehemaliger Botschafter in Deutschland.
Ich habe Deutsch gelernt, weil …
ich an der Humboldt-Universität in Leipzig Lebensmittel- und Nahrungswirtschafts-Technologie studiert habe.
So ist Deutschland für mich:
Wie eine zweite Heimat. Ich habe hier mehr als 20 Jahre gelebt und auch hier studiert. Wenn ich etwas über Deutschland höre, dann glänzen meine Augen. Als Politiker bin ich gut informiert über Deutschland. Ich informiere mich über das Land auch, indem ich Sendungen der Deutschen Welle schaue.
Das ist typisch deutsch:
Die deutsche Kulturgeschichte, die Pünktlichkeit und die deutschen Prinzipien.
In dieser deutschen Stadt würde ich gern leben:
In Berlin.
Das werde ich an der deutschen Sprache nie verstehen:
Eigentlich verstehe ich alles. Ich habe zwanzig Jahre in Deutschland gelebt und in verschiedenen Berufen gearbeitet. Wenn ich lese, verstehe ich aber mehr, als wenn ich spreche.
Das kann man am besten auf Deutsch:
Etwas ausdrücken, indem man Sprichwörter verwendet. Schön finde ich zum Beispiel "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein." oder "Morgenstund hat Gold im Mund." Ich habe eine Zeit lang Sprichwörter gesammelt.
Diesen deutschen Dialekt würde ich gern sprechen:
Sächsisch.
An einem freien Tag in Deutschland würde ich ...
gerne mit meiner Frau, meinen Kindern und Enkelkindern den Zoo besuchen und schön spazieren gehen, eine Bratwurst essen und ein richtiges Berliner Bier trinken.
Das fehlt mir aus Deutschland in meiner Heimat:
Die Disziplin und die Pünktlichkeit. In der Mongolei wird jemand, der sehr pünktlich ist, sogar bestraft, weil er warten muss.
Auf einer einsamen Insel alleine würde ich …
die Ruhe genießen, viel lesen und sehr viel wandern. Durch meinen Beruf habe ich täglich immer mit sehr vielen Menschen zu tun; ich muss viel reden und telefonieren.
Interview: Adelheid Feilcke
Redaktion: Beatrice Warken