Bis vor ein paar Jahren kamen richtige Thriller fast ausschließlich aus dem angloamerikanischen Raum. Jetzt beweist der Berliner Sebastian Fitzek, dass 'deutscher Thrillerautor' kein Widerspruch in sich ist.
Peter O. Chotjewitz ist tot. Er war ein politischer Schriftsteller, der in Deutschland unter anderem als Anwalt der Roten Armee Fraktion bekannt wurde. Seine Bücher haben für viel Aufsehen gesorgt, sie erzählen ein Stück bundesrepublikanische Zeitgeschichte.
Ohne Willy Brandt sähe Europa heute anders aus. Als charismatischer Bundeskanzler bat er 1970 mit seinem Kniefall von Warschau vor aller Welt um Vergebung für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Seine Entspannungspolitik führte letztlich mit zum Mauerfall. Dafür bekam er den Friedens-Nobelpreis. Sein Nachlass liegt jetzt als zehnbändige Ausgabe vor.
Die Musikkritikerin Signe von Scanzoni, war die letzte Lebensgefährtin der Schriftstellerin und Tochter Thomas Manns, Erika Mann. Sie hat die Freundin in den letzten Monaten ihres Lebens begleitet und nach ihrem Tod 1969 den "Bericht über Erika Mann" geschrieben. Ein großer Abschiedsbrief, der lange als verschollen galt. Jetzt wurde er zum ersten Mal veröffentlicht.
Sex und Kirche, ein heikles Thema. Theologe David Berger sagt: die katholische Kirche steckt voller Heuchelei und Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Sexualität haben. Er hat ein Buch darüber geschrieben.
Das Leben von Giwi Margwelaschwili ist geprägt von Exil und Außenseitererfahrung. Als deutschsprachiger Autor in Georgien schrieb er Jahrzehnte nur für die Schublade. Seit 1993 lebt er wieder in seiner Geburtstadt Berlin. Dort wird jetzt auch sein Werk neu aufgelegt.
Großeltern und ihren Enkeln verbindet oft etwas ganz besonderes. Diese Erfahrung machte auch die deutsch-polnische Autorin Sabrina Janesch. Von dem, was ihr Opa ihr erzählte, hatten seine eigenen Kinder einiges nie erfahren.
Die deutsche Sprache hat keinen besonders guten Ruf. Sie sei so hart, hört man immer wieder, nicht so melodisch wie Französisch oder Italienisch. Und überhaupt: Englisch sei sowieso viel moderner. Stimmt nicht! Sagt der Journalist Thomas Steinfeld. Wieso - das zeigt er in seinem neuen Buch.
Lange stand der Kölner Nachkriegsautor im Schatten berühmterer Generationskollegen wie Heinrich Böll oder Günter Grass. Anders als diese hatte er nie eine moralische Mission.
Christliche Kinderbücher gibt es eine ganze Menge in Deutschland. Was es bisher so nicht gab, war ein Verlag, der Bücher für muslimische Kinder herausgibt. Der Verlag hat den ebenso schönen wie programmatischen Namen "Salam" –"Frieden". Wir stellen die Idee und den ungewöhnlichen Herausgeber vor.
Kaum ein Autor ist jemals so einhellig von der deutschen Kritik gelobt worden wie der Autor der 'Korrekturen'. Jetzt stellt er sein neues Epos 'Freiheit' in Deutschland vor: ein Generationen umspannendes Werk, in dem es aber nicht nur um Menschen, sondern auch um Naturschutz und Vögel geht.
Die Bücherwelt - diesmal direkt von der Messe in Frankfurt: Begegnungen und Gespräche mit Schriftstellern, Preisträgern, Reisenden und Sprachspielern...
Zum 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung hat DW-RADIO unter dem Titel "20 Jahre - Eins" eine Sondersendung ausgestrahlt. Die regulären Sonntagssendungen sind an diesem Tag entfallen.
Am 6. Oktober ist es wieder soweit: Die Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Tore –und Argentinien ist in diesem Jahr der Ehrengast.
"Steinernes Fleisch" - so lautet der etwas unheimliche Untertitel. Das Buch ist der erste Teil einer neuen und phantastischen Serie der berühmten Autorin. Außerdem: Der Boom der Literaturfestivals in Deutschland.
Schreibkurse haben Konjunktur. Fast jeder will heute den Roman seines Lebens verfassen. Doch ist Schreiben wirklich "nur" ein Handwerk, das jeder erlernen kann?
Der zweite Roman von Dinaw Mengestu handelt von den Identitätsverirrungen der zweiten Einwanderergeneration. Der in den USA lebende Autor äthiopischer Herkunft ist nominiert für den Internationalen Buchpreis des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin.
Mit einer Passage aus seinem Buch "Rabenliebe" hat der 1954 in Rostock geborene Peter Wawerzinek im Juni den Ingeborg-Bachmannn-Preis gewonnen. Es ist die Erinnerung an eine tragische Kindheit im geteilten Deutschland. Es ist die Geschichte eines Kindes, das von seiner Mutter in einem Heim in der DDR zurückgelassen wurde als sie selbst in den Westen floh. Es ist seine eigene Geschichte.
Das neue Buch von Günter Grass ist ein literarisches Chamäleon: Es erzählt die Geschichte des Grimmschen Wörterbuchs, wechselt laufend die Farben und erzählt vom Leben des Autors als politisch engagiertem Bürger.
Ist das Deutsche noch zu retten? – so fragen sich besorgte Publizisten in schöner Regelmäßigkeit in meist mehrseitigen Artikeln. Die deutsche Sprache hat gar keine Rettung nötig, sagt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung. Dort arbeitet man zur Zeit an einem "Bericht zur Lage der deutschen Sprache"
Der neue Roman von Katharina Hacker erzählt von Menschen in der Lebensmitte. Was trägt ein Leben, wenn man jenseits der 40 ist - und wenn die eigene Mutter an Demenz leidet?
Deutsche Kinder- und Jugendbücher sind weltweit erfolgreich. Ein Viertel aller aus Deutschland ins Ausland verkauften Buchrechte sind Rechte für Kinderbücher. Besonders im Trend: Bilderbücher. Wir stellen einige der beliebtesten Titel vor - Klassiker quasi - von Jim Knopf über das Sams bis zum kleinen Maulwurf, "der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat".
Der deutsche Buchmarkt ist einzigartig auf der Welt. Nirgendwo sonst gibt es ein so vielfältiges Verlagswesen und so ein dichtes Netz von kleinen und großen Buchhandlungen. Ein 'Netz geistiger Tankstellen' wie Nobelpreisträger Günter Grass das einmal genannt hat.
Hans Sahl ist einer der bedeutendsten und zugleich am wenigsten bekannten deutschen Exilschriftsteller. Der Luchterhand Verlag gibt sein Werk neu heraus - zuletzt seinen autobiografischen Roman, eines der wichtigsten Werke über das Exil.
Er ist ein Urgestein der deutschen Verlagslandschaft. Kaum ein anderer hat seinem Programm einen so persönlichen Stempel aufgedrückt wie er: ein Linker und zugleich einer, der schöne Bücher mag - der sie beschnüffelt und zärtlich über ihren Rücken streicht. Jetzt ist Klaus Wagenbach ist 80 geworden.
"Lyrik nervt!"so lautete vor einigen Jahren ein Buchtitel. Das war natürlich pure Ironie: denn hinter dem Pseudonym Andreas Thalmeier verbarg sich niemand anders als Hans Magnus Enzensberger, einer der wichtigsten Verseschmiede dieser Republik.
Das Literaturhaus ist der Ort, wo die Lesung gepflegt wird. Aber nicht nur das. Seit der ersten Gründung in Berlin im Jahr 1986, haben sich Literaturhäuser zu Orten der begegnung entwickelt. Eine deutsche Erfindung, die auch im Ausland Nachahmer findet.
Einen Blick zurück auf die Jahre nach der Wende - den wirft Christa Wolf in ihrem neuen Roman "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud". In dem Buch verarbeitet sie ihr eigenes Erleben des Umbruches in Deutschland. Zur Vorstellung nach Berlin kamen über 700 Gäste.
Er ist einer der wichtigsten Kulturpreise in Deutschland: Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels. In diesem Jahr geht er an einen Schriftsteller, der sich für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt.
Zum 100. Geburtstag der unbekanntesten und ungeliebten Tochter des Nobelpreisträgers Thomas Mann (7. Juni) erscheint ihre erste Biografie.
Unbestechlich, gerade heraus und alles andere als zimperlich: so spricht und schreibt Marcel Reich-Ranicki über Literatur. Das trifft nicht in jedem Fall auf Gegenliebe bei den Autoren, ist aber immer im Dienste des Lesers. Am 2. Juni hat Deutschlands berühmtester Literaturkritiker Geburtstag.
Noch bis vor wenigen Jahren kannte sie kaum jemand, jetzt wird die französische Schriftstellerin, die 1942 in Auschwitz umkam, weltweit wieder entdeckt. Eine neue Biographie schildert ihr Leben, das gezeichnet ist von der Zeit, in der sie gelebt hat.
Anfang des Jahres ist er zum dritten Mal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden. Seine Reihe um den Detektiv Kristof Kryszinski ist Kult. Und doch muss der als "Ruhrpott Chandler" bezeichnete Autor auf dem Bau dazuverdienen.
Intim und amüsant sind sie - die Tagebücher von Martin Walser. Der Autor war 24 als er anfing sie zu schreiben. Ihre Veröffentlichung hatte er damals allerdings nicht im Sinn, dazu entschloss er sich erst viele Jahre später. Jetzt ist der dritte Teil erschienen: 1974-1978.
Einer der erfolgreichsten Ermittler auf dem deutschen Buchmarkt geht in den Ruhestand: Henning Mankell lässt seinen melancholischen Kommissar Wallander den letzten Fall lösen.
"Ich habe einen Sessel in den Garten gestellt und lese. Ich habe mir fest vorgenommen, weiterzulesen, wenn die Bomben kommen".
Eine neue Biografie erzählt die Geschichte der Widerstandskämpferin Sophie Scholl aus anderem Blickwinkel - und von Anfang an.
Das größte industrielle Ballungszentrum Europas interessierte schon immer die Schriftsteller. Sie entdeckten zuerst Industrie und Arbeitswelt als Stoff. Heute ist es die Erinnerung daran, die immer noch fasziniert.
Zum 225. Geburtstag der Schriftstellerin stellt eine Biografie die politisch engagierte Zeitgenossin in den Mittelpunkt.
Fast täglich ist er Thema in den Weltnachrichten - der Nahostkonfikt. Und das seit vielen Jahren. Die Lage ist kompliziert und für viele Menschen nicht leicht zu verstehen. Aber genau das ist wichtig, sagt der Politikwissenschaftler Martin Schäuble.
"Geschichte einer Ehe" - für die Lesung dieses Buch ist die Schauspielerin Maria Schrader ausgezeichnet worden. Die Jury lobte sie vor allem für die "facettenreiche" Darstellung der Hauptfigur, der Ich-Erzählerin Pearlie Cook. Wir hören rein.
In seinem neuen Roman beschreibt der Österreicher Arno Geiger eine in die Jahre gekommene Ehe.
Was wäre aus Deutschland geworden, wenn die Attentate auf Hitler geglückt wären? Hatte der Diktator einen Schutzengel? In seinem neuen Buch probiert der Schriftsteller Dieter Kühn vier Variationen zu Hitlers Ende.
Moritz Rinke, einer der bekanntesten deutschen Dramatiker hat seinen ersten Roman geschrieben. Erinnerungen an die Künstlerkolonie Worpswede, die nicht zufällig Ähnlichkeiten mit seiner Familiengeschichte haben.
Martin Walser ist in seinem neuen Buch auf den Glauben gekommen. "Glauben heißt lieben", lässt er seinen Held sagen. Bei der öffentlichen Vorstellung seiner Novelle gab es viel Applaus.
Glaubte man Irmgard Keuns eigenen Angaben, wäre sie am 6.Februar 100 Jahre alt geworden. Mit biografisschen Details nahm sie es nicht so genau. Tatsächlich wäre sie 105 geworden. Ihre Bestseller aus den dreißiger Jahren wie 'Das kunstseidene Mädchen' gehören heute zum Kanon.
Helene Hegemann ist siebzehn und hat ein Buch geschrieben, das in diesen Tagen die Feuilletons sämtlicher Tageszeitungen beschäftigt. Manche sprechen vom 'Wunderkind', andere von einer 'literarischen Sensation'.
Die Finanzkrise hats möglich gemacht: Karl Marx, der vor noch gar nicht allzu langer Zeit als 'toter Hund' und absolut verstaubt galt, ist wieder aktuell. Etliche Neuerscheinungen und Aktivitäten werfen einen neuen Blick auf den Klassiker.
Im Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 rückt auch die Literatur der einstigen Bergbauregion in den Blick. Schon Goethe und Heine waren dort. Eine spezifische Ruhrgebietsliteratur entwickelt sich erst in den 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts. Max von der Grün, Günter Wallraff, Erika Runge - ihre Namen stehen für diese Literatur, die die Arbeitswelt kritisch dokumentiert.
Buchcover Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Krieg und Gewalt – wie können Menschen solche Erfahrungen verarbeiten? In den deutschen Medien wurde das im vergangen Jahr mehrfach diskutiert. Anlass waren unter anderem Meldungen, dass immer mehr Soldaten, die aus Afghanistan zurückkehren, traumatisiert sind.
Das Genre Science Fiction bewegt sich immer auf der Grenze zwischen Kunst und Schund. Als Leser interessieren uns aber vor allem möglichst phantasievolle Zukunftsentwürfe.
"Bücherwelt" im Rückblick 2009
Oskar Roehler gehört zu den wichtigen international bekannten deutschen Regisseuren. Zuletzt war von ihm "Jud Süß - Film ohne Gewissen" im Kino zu sehen. Jetzt schildert er seine erschütternde Kindheit in Romanform.
Besser als gedacht: Charlotte Roches "Schoßgebete"+++ In Simon Urbans "Plan D" steht die Mauer wieder +++ Bill Bryson erklärt in "Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge", warum Tapeten tödlich sein konnten.
In seinem jüngsten Buch wendet sich der 84-jährige Schriftsteller der Religion zu. Allerdings im Ambiente einer psychiatrischen Klinik.
Smartboards, Tablets und digitale Schulbücher erobern deutsche Klassenzimmer.
Der Rollstuhl im Klassenzimmer ist in Deutschland immer noch die Ausnahme.
Zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs Friedrich II. ist eine Fülle neuer Bücher erschienen: Gut lesbar und fernab der üblichen Klischees. Im Mittelpunkt steht der Mensch und Monarch. Eine Auswahl.
Es gibt Dinge, die sind schwer verdaulich. Die Folgen von Tschernobyl zum Beispiel, oder die belgischen Gräueltaten im Kongo. Trotzdem gibt es eindrucksvolle Schilderungen, die man sich nicht entgeghen lassen sollte.
Die 62. Berliner Filmfestspiele (9.2.-19.2.) sind ein Fest für Cineasten. Doch nicht nur das Fachpublikum aus aller Welt reist in die deutsche Hauptstadt. Die Berlinale gilt auch als größtes Publikumsfestival der Welt.
Informationen aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Bildung