Opfern der Finanzkrise blieb nicht viel
Deutschland erlebt den ersten Prozess gegen einen Ex-Banker. Vor Gericht steht der Ex-Vorstandssprecher der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen. Er sei Teil der Finanzkrise, weil er sich der Börsenpreismanipulation und der Untreue schuldig gemacht habe, so der Vorwurf des Gerichts.
Der 59-Jährige Angeklagte vertrat am Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht die Auffassung, dass ihn "im rechtlichen Sinne keine Schuld" treffe. In der zu Prozessbeginn verlesenen Anklageschrift warf die Staatsanwaltschaft dem früheren IKB Vorstandssprecher vor, in einer Pressemitteilung 2007 die Lage der Bank "bewusst irreführend zu positiv" dargestellt zu haben.
Damit seien Anleger zum Kauf von IKB-Aktien bewogen worden, so der Staatsanwalt. Tatsächlich stand die IKB jedoch schon eine Woche später kurz vor der Insolvenz - die Düsseldorfer Bank hatte sich am US-Immobilienmarkt verspekuliert und war nach Beginn der Finanzkrise in eine finanzielle Schieflage geraten. Nur mit Hilfen des Bundes und der Finanzwirtschaft in Höhe von über zehn Milliarden Euro konnte die IKB vor dem Aus bewahrt werden. "Journal D" fragt, inwieweit der Prozess Hoffnung macht, dass Bankmanager sich künftig verantwortungsvoller verhalten.
Um viele Milliarden geht es auch in den Bundestagshaushaltsdebatten. Hier wird bis zum Ende dieser Woche noch einmal öffentlich ausgefochten, welches Ministerium wieviel Geld ausgeben darf. Besonders umstritten: die Höhe der Sozialhilfe. "Journal D" blickt auf die geplanten Ausgaben und Streichungen im Verteidigungsetat.
In finanzielle Bedrängnis käme auch die katholische Kirche, wenn die derzeitigen Kirchenaustritte sich zu einer stärkeren Bewegung entwickeln würden. Seitdem sich immer mehr Opfer öffentlich über das Thema Kindesmißbrauch in den kirchlichen Einrichtungen äußern, gibt es immer mehr Menschen, die sich von der katholischen Kirche abwenden. Kirchenverantwortliche verweisen darauf, das es aktuell aber weniger Austritte gäbe, als zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr. "Journal D" hat sich rund um München über die Lage ein Bild gemacht.