Buchtipp
Clemens Verenkotte: Die Herren der Welt
George W. Bush hat eine Zeitenwende eingeläutet mit dem Ziel, den USA die weltweite Vorherrschaft zu sichern. Clemens Verenkotte deckt die wahren Motive und Ziele auf - analytisch und polemisch.
Sie sind die Herren der Welt, die Männer, die von Washington aus den Feldzug gegen den Irak geplant haben und die den gesamten Nahen und Mittleren Osten neu gestalten wollen. US-Präsident George W. Bush, sein Vize Dick Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein Stellvertreter Paul Wolfowitz, ihre neokonservativen Gefährten und Berater.
Sie vertreten die alleinige Weltmacht USA, die keine anderen Mächte mehr neben sich duldet, die von ihren Alliierten unbedingten Gehorsam einfordert und die sich die Welt untertan machen will - politisch und ökonomisch.
Clemens Verenkotte hat in seinem Buch ihren Aufstieg zur Macht nachgezeichnet, ihre ideologische Besessenheit analysiert und ihre finanzielle Verstrickung in die Öl- und Rüstungsgeschäfte aufgedeckt, die - wenn nicht als Motiv für den Krieg, dann doch als profitable Begleiterscheinung des Irak-Feldzugs gelten müssen.
Michael Moore lässt grüßen
Dabei findet der Autor, der lange Jahre als Hörfunkkorrespondent des Bayerischen Rundfunks in Washington gelebt und gearbeitet hat, deutliche Worte für den Politikstil, der mit George W. Bush ins Weiße Haus eingezogen ist und der die Europäer gespalten hat.
"Persönliche Hybris, außenpolitische Arroganz, neokonservative Verblendung und machtpolitische Ignoranz sind die Kennzeichen der Regierung von Präsident Bush. Dabei ist Bush nur das Instrument einer seit langem wirkenden Bestrebung, die Vereinigten Staaten dauerhaft als alleinige Weltmacht zu etablieren, unangreifbar und geschützt gegen alle erdenklichen Angriffe und jede potentielle Konkurrenz."
Spannend wie ein Krimi
Rücksichtslos setze die amerikanische Regierung ihren imperialen Anspruch durch, derzeit im Nahen Osten, in Zukunft aber auch in anderen Weltgegenden, z.B. in Afrika. In einem eigenen Kapitel wirft der Autor einen ersten Blick auf die afrikanischen Ambitionen des amerikanischen Präsidenten, der seine Karriere im Weißen Haus als mutmaßlicher Isolationist begann und scheinbar erst durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 mit den Anforderungen der Außenpolitik konfrontiert wurde.
Doch Verenkotte weist nach, dass die außenpolitischen Weichen für die Amtszeit des republikanischen Präsidenten schon lange vor Bushs Machtübernahme gestellt wurden. Kenntnisreich und umfassend beschreibt er die Hintergründe, die zum Aufstieg des amerikanischen Imperiums geführt haben.
Dabei ist das Buch ausgezeichnet geschrieben und spannend wie ein Krimi. Ein sechzigseitiger Anhang mit Anmerkungen und Register macht es zu einem wertvollen und informativen Werk, das vom Knaur-Verlag als Sachbuch des Monats Dezember auf den Markt gebracht wurde.
Weitere Schlagzeilen
Das Buch Kompakt
- Clemens Verenkotte: Die Herren der Welt
- Verlag: Knaur, 2003
- ISBN: 3-426-77726-6
- Preis (EURO): 12.90






