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Buchtipp

Elmar Theveßen: Die Bush-Bilanz

Kein amerikanischer Präsident hat die Welt so gespalten wie George Walker Bush. Elmar Theveßen, langjähriger Korrespondent in Washington, zieht Bilanz der Bush-Administration.


Als Ende April amerikanische Zeitungen die ersten Folterbilder aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib veröffentlicht haben, waren sich viele Kommentatoren einig: Jetzt habe Georg W. Bush und seine Regierung ihre Glaubwürdigkeit verloren. Doch der amerikanische Präsident und sein Team müssten ihre Glaubwürdigkeit schon lange vorher verloren haben. Zumindest wenn man der Analyse des Journalisten, Elmar Theveßen, in seinem Buch "Die Bush-Bilanz“ folgt. Theveßen, der bis 2001 sechs Jahre in den USA als Auslandskorrespondent für das Zweite Deutsche Fernsehen arbeitete, gilt in Deutschland auch als anerkannter Terrorismusexperte.

Ehrlichkeit - Nicht die größte Stärke Bushs

Theveßens Ausgangspunkt für eine wahrhaft schlechte Bilanz bildet die Machtübernahme Bushs durch Wahlbetrug, der zudem durch einen Richterspruch legitimiert wurde. Doch auch schon im Wahlkampf selbst, in dem er das Thema "Ehrlichkeit“ ganz oben ansiedelte, habe er einen Mythos geschaffen. Denn nach den Recherchen Theveßens war eben Ehrlichkeit nicht die große Stärke dieses republikanischen Kandidaten. Sei es innenpolitisch beim Thema Gesundheit und Steuerpolitik oder außenpolitisch beim Thema Irak. Alle Versprechen, zum Wohle der amerikanischen Allgemeinheit und damit eben auch der sozial Schwachen zu handeln, hat Bush laut Theveßen gebrochen. Motivation für sein Handeln sei immer der Vorteil der eigenen Lobby gewesen.

Dass auch beim Thema Irak nicht mit der reinen Wahrheit operiert wurde, ist hinlänglich bekannt, wird aber von Theveßen noch einmal eindrucksvoll anhand verschiedener Quellen dargelegt. Dabei kommen auch die Falken ins Spiel: Vizepräsident Cheney, Verteidigungsminister Rumsfeld und dessen Stellvertreter Wolfowitz. Diese drei Männer haben schon Anfang der 1990er Jahre in ersten Strategiepapieren den Weg aufgezeichnet, den Amerika heute geht.

Fundamentalistische Christen

Wir sind die Guten, davon sind Bush und die Falken überzeugt. Diese Überzeugung speisen sie aus ihrem Glauben. Er steuert ihr Handeln und lässt sie selbstgerecht werden. Dadurch sind sie zu fundamentalistischen Christen geworden - und manchmal nicht viel besser als diejenigen, die sie bekämpfen.  

Theveßens Analyse ist akribisch, seine Quellen meist nicht geheim - seien es Bushs eigene Reden, öffentlich zugängliche Mitteilungen oder Papiere aus der Regierung. Viele Schlüsse zieht er jedoch auch aus Gesprächen, die er selbst geführt hat oder aus den Eindrücken von Veranstaltungen, die er in den USA besucht hat. Das alles macht "Die Bush-Bilanz“ sehr glaubwürdig. Und obwohl vieles darin schon bekannt ist, ist es äußerst spannend zu lesen.

 

Sabine Faber

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Weitere Schlagzeilen

Das Buch Kompakt
  1. Elmar Theveßen: Die Bush-Bilanz
  2. Verlag: Droemer Knaur, 2004
  3. ISBN: 3-426-27327-6
  4. Preis (EURO): 18.00


 
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