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Stolpersteine | 26.05.2008

Ist, sei oder wäre?

Clara und Eva führen ein Gespräch unter Frauen in der 4er-WG und reden über Thomas, der ein Casanova zu sein scheint. Oder ist er einer? Oder wäre er nur gern ein Casanova?

Carla und Eva essen zusammen Abendbrot. Die Jungs, Thomas und Yang, sind ausgegangen, schließlich ist es ja Freitagabend. Eva erzählt von ihrer Frühschicht im Krankenhaus, und Carla berichtet von ihrem Tag an der Uni: "In der Mensa habe ich Freunde von Thomas getroffen. Da habe ich gehört, Thomas ist ein Casanova." "Das ist falsch", wirft Eva ein. "Wie, Thomas ist kein Casanova?", fragt Carla erstaunt. "Das weiß ich nicht. Aber es heißt: 'Ich habe gehört, Thomas sei ein Casanova', nicht 'ist'."

"Ach so, und warum?"

 

"Weil du keine Garantie gibst für das Gesagte, denn du hast es ja von jemand anderem gehört und gibst es in indirekter Rede wieder. Also: 'Ich habe gehört, Thomas sei ein Casanova.'

Wenn du dir jedoch ganz sicher bist, dass Thomas ein Casanova ist, dann kannst du sagen, Thomas ist ein Casanova."

 

"Aha, und was ist mit 'wäre?'", fragt Carla. "Damit drückst du eine gedankliche Konstruktion aus, die in der Vergangenheit nicht eingetroffen ist oder in der Zukunft möglicherweise eintreten könnte", sagt Eva. "Also zum Beispiel: 'Thomas wäre ein Casanova, wenn er doch nur charmanter wäre.'"

 


 
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