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Handel | 16.07.2007

Blühender Handel zwischen Deutschland und Frankreich

Am Montag trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und Frankreich soll noch enger werden.

Die französische Wirtschaft profitiert in besonderem Maße von der guten deutschen Konjunktur, denn die kräftige Nachfrage nach Investitions- und Konsumgütern hat im vergangenen Jahr zu einem Anstieg der französischen Exporte nach Deutschland um 18 Prozent geführt.

 

Die deutschen Bezüge aus Frankreich sind um knapp zehn Milliarden Euro auf 63,5 Milliarden Euro gestiegen. Die deutschen Lieferungen nach Frankreich nahmen im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 86 Milliarden Euro zu. Sie waren damit um sieben Milliarden Euro höher als im Jahr davor. Alles spricht dafür, dass der Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften in Europa auch weiterhin stark wachsen wird.

 

Frankreich ist Deutschlands wichtigster Lieferant

 

Frankreich ist für Deutschland mit weitem Abstand vor anderen Ländern der wichtigste Lieferant. Ebenso liegt die deutsche Wirtschaft bei den französischen Einfuhren mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Aber in der bilateralen Handelsbilanz verzeichnet Deutschland einen Überschuss von fast 23 Milliarden Euro.

 

Ähnlich verhält es sich beim Außenhandel der beiden Länder insgesamt. Während Deutschland einen kräftigen Überschuss in seiner Handelsbilanz mit dem Ausland erwirtschaftet, ergibt sich in der französischen Handelsbilanz ein deutliches Defizit. Staatspräsident Nicolas Sarkozy empfindet die Aufwertung des Euros als bedrohlich und will beim Handel mit Ländern außerhalb der Euro-Zone durch eine Abwertung der Gemeinschaftswährung die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die Regierungen sollen stärkeren Einfluss auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank nehmen können.

Merkel betont Unabhängigkeit der Zentralbank

 

Angela Merkel, Quelle: APBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Merkel betont die Unabhängigkeit der ZentralbankDavon hält Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts: "Das ist mit mir nicht zu machen, auch mit der ganzen Bundesregierung nicht." Deutschland sei gut gefahren mit der Unabhängigkeit der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank von der Politik. "Natürlich neigen wir dazu, dass wir sagen, wir hätten es gerne so und so", sagt die Kanzlerin. "Aber trotzdem ist es ganz wichtig, dass wir die Bevölkerung vor Inflation, also vor Preissteigerung schützen. Deshalb ist die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank für mich das A und O."

 

Innerhalb der Euro-Zone gibt es den Wechselkursmechanismus nicht mehr. Da sind die Ausfuhren und Einfuhren ein Spiegelbild der Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Volkswirtschaften. Dominierende Sektoren in der deutsch- französischen Handelsbilanz sind der Maschinen- und Anlagenbau, Elektrogeräte und Elektronik, Autos und Chemie. Spitzenreiter mit seit Jahren wachsender Bedeutung ist allerdings die Luftfahrtbranche mit den deutsch-französischen Unternehmen Airbus und Eurocopter sowie der großen Schar ihrer Zulieferer in beiden Ländern.

 

Deutschland liegt bei Direktinvestitionen vorn

 

Protestzug in Nordenham, Niedersachsen, Quelle: APBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Protest gegen Airbus-WerksschließungDeutschland hat voriges Jahr für rund elf Milliarden Euro Flugzeuge und Flugzeugteile nach Frankreich geliefert; in gleicher Höhe wurden Flugzeuge und Flugzeugteile aus Frankreich importiert. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Lieferungen innerhalb des von Deutschland und Frankreich dominierten Airbus-Konzerns. Danach folgten Autos, Maschinen, Elektro- und Chemieartikel.

 

Auch bei den ausländischen Direktinvestitionen aus dem jeweiligen Nachbarland liegt Deutschland vorn. Deutsche Unternehmen haben knapp 40 Milliarden Euro in Frankreich investiert, französische Firmen 35,5 Milliarden Euro in Deutschland. Die französische Tochter der Allianz Versicherung beschäftigt knapp 32.000 Mitarbeiter, Siemens 11.000, Bosch 10.000, DaimlerChrysler und Bayer jeweils rund 3000. Insgesamt zählen die französischen Töchter deutscher Unternehmen über 200.000 Mitarbeiter.

 

Karl Zawadzky

 
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