Chronik
1990-1994
1990
In der Reihe DW-Dokumente erscheint "Deutsch-Stunden – Ansichten und Einsichten" von Wladimir Ostrogorski, dem langjährigen Chefkommentator und Leiter des Deutschen Dienstes von Radio Moskau, zu dieser Zeit in Berlin als freier Journalist und Mitarbeiter der DW tätig. Eine "Wende-Geschichte" ersten Ranges: 1985 noch hatte Ostrogorski als Autor des Buches "Vorsicht: Deutsche Welle – Ursprünge und Geschichte des westdeutschen Auslandfunks" für Furore gesorgt. Der Band galt als umfassendste Darstellung der DW aus sowjetischer Sicht.
Das "Gesetz über die Errichtung der Rundfunkanstalten des Bundesrechts" vom 29. November 1960 wird novelliert: Der Rundfunkrat wird künftig 17 statt bisher 11 Mitglieder zählen, namentlich werden mehr Vertreter von gesellschaftlich relevanten Gruppen und Organisationen entsandt.
Im Zuge der Rundfunk-Neuordnung übernimmt die DW mit dem Tag der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober einen Teil der Mitarbeiter sowie Sendefrequenzen und Sendeanlagen von Radio Berlin International (RBI), dem damit aufgelösten Auslandsrundfunk der DDR.
1991
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Vertragsunterzeichnung mit der Sowjet-Delegation 1991Die DW übernimmt frühere sowjetische Störsender in der Nähe der Städte Kuibyschew, Nowosibirsk und Irkutsk für die Verstärkung ihrer Ausstrahlung nach Asien. Im August 1990 war ein Kooperationsvertrag von DW und Radio Moskau unterzeichnet worden.
Auf der Frankfurter Buchmesse wird der DW-Literaturpreis an Eva Lisina und Olga Kowbasjuk überreicht. Der Wettbewerb war im August 1990 für die Sowjetunion ausgeschrieben.
1992
Am 1. April wird in Berlin DW-TV gestartet, das weltweite Auslandsfernsehen via Satellit. Zunächst werden drei jeweils zweistündige Blöcke (deutsch und englisch) ausgestrahlt. Ab November wird die tägliche Sendezeit von DW-TV auf 14 Stunden ab 1. Juli 1993 auf 16 Stunden ausgeweitet. Als dritte Sendesprache kommt Spanisch hinzu. Vorausgegangen war eine Vereinbarung zur Übernahme von RIAS-TV.
Das Serbokroatische Programm von DW-RADIO wird getrennt. Als Folge des Balkankonflikts werden nunmehr zwei eigenständigen Sendungen von jeweils 50 Minuten ausgestrahlt.
Das Albanischen Programm von DW-RADIO nimmt seinen Sendebetrieb auf.
1993
Intendant Dieter Weirich legt das Konzept "Deutsche Welle 2000" vor.
Die DW übernimmt elf Fremdsprachen-Programme für Europa vom Deutschlandfunk (DLF)
Auf der Frankfurter Buchmesse werden die Preisträger des vierten DW-Literaturpreises – ausgeschrieben für die arabische Welt – geehrt: der syrische Journalist Riad Ismat und die ägyptische Schriftstellerin Salwa Bakr.
1994
In Ruanda wütet der Bürgerkrieg. Die DW-Mitarbeiter auf der Relaisstation in der Hauptstadt Kigali sind eingeschlossen. Im April werden die elf deutschen Kollegen von einer Spezialeinheit der belgischen Streitkräfte ausgeflogen. Über das Schicksal der einheimischen Mitarbeiter herrscht Ungewissheit. Man muss davon ausgehen, dass viele von ihnen umgekommen sind. In Köln stellen sich die Befreiten mit Intendant Dieter Weirich der Presse.
Die DW startet unter www.dwelle.de ihr Internet-Angebot. Sie ist damit als erste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland im World Wide Web.
Das Deutsche Programms von DW-RADIO wird reformiert: Ein Acht-Stunden-Programm löst den bisherigen Vier-Stunden-Rhythmus ab.
