Kultur | 14.04.2008 | 08:00 UTC
Zentralrat der Juden kritisiert Papst Benedikt
Kurz vor Beginn seiner USA-Reise sieht sich Papst Benedikt XVI. massiver Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgesetzt. Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch stellte im "Spiegel" wegen einer von Benedikt geänderten und von Juden als beleidigend empfundenen Karfreitags-Fürbitte den Dialog der Religionen in Frage. Die internationale katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" bezeichnete am Sonntag den bevorstehenden Amerika-Besuch des Papstes als "Nagelprobe seiner politischen und pastoralen Fähigkeiten". Joseph Ratzinger forderte am Sonntag in Rom die Gläubigen auf dem Petersplatz auf, für eine erfolgreiche Reise zu beten. Dadurch könne sein Besuch "eine Zeit der spirituellen Erneuerung für alle Amerikaner" werden.
Rom solle die umstrittene Juden-Fürbitte des geänderten Karfreitaggebets der lateinischen Messe bis zum Deutschen Katholikentag im Mai in Osnabrück zurücknehmen, mahnte Knobloch. Erst dann könne der Dialog zwischen den Religionen fortgesetzt werden. Papst Benedikt XVI. hatte in die Fürbitte den Satz aufnehmen lassen, Gott möge die Herzen der Juden "erleuchten, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen".
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