Die Woche | 05.07.2008 | 05:30
Nach dem Jubel, politische Katerstimmung in Berlin
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Hauptsache Party: Fußballfans feiern den 2. Platz bei der EMAls Vizeeuropameister haben Deutschlands Fußballer viel Geld eingestrichen. Die Politiker in Berlin verfügen nicht über derartige Einnahmequellen und müssen hart kalkulieren.
Die Spanier haben die Fußball-Europameisterschaft gewonnen, Deutschland ist zweiter geworden und die Fans feierten die Mannschaft am Montag mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf der Berliner Fanmeile vor dem Brandenburger Tor.
Politiker haben wenig zu feiern
Am Dienstag war der Fußballjubel in der Hauptstadt schon wieder verklungen, der politische Alltag hielt wieder Einzug in Berlin.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Die deutschen Bauern sind unzufrieden Grund zum Jubeln gab es da allerdings auch nicht. Besonders schlechte Stimmung herrschte am Montag und Dienstag auf dem Bauerntag. Die Landwirte klagen über die hohen Energie- und Futtermittelpreise und über niedrige Erlöse und sind mit der Politik überhaupt nicht zufrieden. Doch so sehr die Bauern jammern, Bundeskanzlerin Angela Merkel kann und will ihnen keine Besserung versprechen.
Das wird schwierig, das weiß auch die Kanzlerin. Alle stöhnen unter den steigenden Energiepreisen, Unternehmer fürchten, unter den Kosten in die Knie zu gehen. Das könnte tausende Arbeitsplätze kosten. Noch ist von einem Negativtrend auf dem Arbeitsmarkt nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Arbeitslosenquote, so wurde am Dienstag bekannt, ist auf 7,5 Prozent gesunken. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla freut sich, die Opposition sieht das natürlich ganz anders.
Wenn's ums Geld geht....
Die Opposition schimpft aber nicht nur über die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung, auch der Entwurf für den Bundeshaushalt, der am Mittwoch im Kabinett verabschiedet wurde, erntet von den Liberalen, den Grünen und den Linken vor allem eins, nämlich heftige Kritik.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Bundesfinanzminister Peer Streinbrück hat eisernes Sparen verordnet Es werde zu viel ausgegeben und zu wenig für schlechte Zeiten vorgesorgt. Doch das wollte Bundesfinanzminister Steinbrück so nicht gelten lassen: Alles hätte nämlich viel schlimmer kommen können. Die Ministerriege hatte, so weiß Steinbrück zu berichten, einen Wunschzettel aufgestellt, gegen den sich die jetzt veranschlagten 5,2 Milliarden Euro Mehrausgaben geradezu lächerlich darstellen.
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