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Projekt Zukunft

Datenklau – der Spion in der Kaffeetasse

Die Geschichte könnte aus einem James-Bond-Film stammen: Der Agent tippt geheime Informationen in sein Notebook. Ihm gegenüber sitzt der Spion und liest mit. Und das, obwohl er keinen Blick auf den Bildschirm werfen kann.

Es ist die Kaffeetasse, die zum Verräter werden kann. Ein Wissenschaftlerteam an der Universität Saarbrücken hat herausgefunden: Schwache Reflexionen an Gegenständen oder sogar der Hornhaut eines Auges lassen sich nutzen, um Daten auszuspionieren. Sogar eine schlichte weiße Wand kann auf diese Weise zum Werkzeug von Spionen werden. Das Forschungsthema der Informatikexperten: Wie sicher ist ein PC-Benutzer vor Datendiebstahl? Während sich Softwareentwickler auf die Bekämpfung von Viren, Würmern und Trojanern verlegen, haben die Forscher das Umfeld des Users im Blick. Ihre Erkenntnis: Mit einem einfachen Teleskop und der richtigen Software lassen sich geheime Bildschirm-Daten vom Fenster des Nachbargebäudes aus ablesen. Für findige Kriminelle eine Möglichkeit, Industriespionage zu betreiben, Bankdaten zu erschnüffeln oder Prominente zu beschatten. Die besten Ergebnisse erhielten die Forscher mit den Brillengläsern der PC-Nutzer und mit einer Teekanne, die auf dem Schreibtisch neben dem Bildschirm stand. Doch so ausgeklügelt wie die Untersuchungen der Forscher auch waren, so schlicht ist ihr Rat: Wer sicher gehen will, zieht die Fenstervorhänge zu.

 
 
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