Fokus Amerika | 30.08.2008 | 00:15
"Soziale Säuberung" nach dem Hurrikan?
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: New Orleans nach Hurrikan 'Katrina' 2005Mit schweren Regenfällen ist der Tropensturm "Gustav" über die Karibik gefegt und hat dutzende Tote gefordert. Schon am Wochenende könnte er sich zu einem Hurrikan auswachsen und Kurs auf die Südwestküste der USA nehmen. Vor genau drei Jahren, am 29. August 2005, riss Hurrikan "Katrina" dort 1800 Menschen in den Tod. Doch Kommunalpolitiker wussten die Flut offenbar für ihre Ziele zu nutzen.
Die US-amerikanische Stadt New Orleans ist nach der Überschwemmung durch den Hurrikan "Katrina" Ende August 2005 deutlich "weißer" und wohlhabender geworden. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Universität Bremen über die sozialen Auswirkungen der Naturkatastrophe vor drei Jahren. Viele der ärmsten Bewohner seien nicht mehr in die Südstaatenmetropole zurückgekehrt.
Bildunterschrift: Nutzten Kommunalpolitiker in New Orleans die Flut für ihre eigenen Ziele?
Die Autoren Christian Jakob und Friedrich Schorb vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik machen dafür auch die Aussperrung von mehr als 20.000 Sozialmietern aus ihren weitgehend unbeschädigten Wohnungen in der Innenstadt verantwortlich. Als das Wasser wich, zogen die Behörden Zäune um diese Häuser, verrammelten Türen und Fenster und stellten Polizei vor die Eingänge, so dass den Bewohnern eine Rückkehr verwehrt blieb, heißt es in der Studie. Heute lebten die Menschen verstreut im Süden der USA, sozial isoliert und meist ohne Arbeit. Auf den Grundstücken der früher als Brennpunkte von Gewalt und Kriminalität verschrienen Häuserblocks bauten private Immobiliengesellschaften teure Appartements, stellen die Sozialwissenschaftler fest.
Christian Jakob und Friedrich Schorb: Soziale Säuberung. Wie New Orleans nach der Flut seine Unterschicht vertrieb. Unrast Verlag, Münster 2008
Gestärkt in den Schlussspurt
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Nach der Nominierung: Welche Wirtschaftspolitik verfolgt Obama?Der US-Demokrat Barack Obama steigt mit starkem Rückhalt in die heiße Phase des Präsidentschaftswahlkampfes ein: Mit einer emotionalen Antrittsrede stimmte der 47-jährige charismatische Politiker sein Land am Donnerstag vor rund 80.000 jubelnden Anhängern in Denver auf einen grundlegenden politischen Wandel ein. "Wir sind hier, weil wir dieses Land zu sehr lieben, als dass die kommenden vier Jahre wie die letzten acht aussehen dürften", rief Obama zum Abschluss des Parteitages der Demokraten. Der Senator aus Illinois nahm offiziell seine Nominierung als Kandidat für das Weiße Haus an. Doch allein mit Vaterlandsliebe kommt Obama nicht weit: Die US-Wirtschaft befindet sich im Abschwung, das ist das alles überragende Wahlkampfthema. Mit welchen wirtschaftspolitischen Rezepten will Barack Obama ins Weiße Haus einziehen?
Unbequem und ausgebucht
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Der Sänger der Band Panteón Rococó, Luis Roman Ibarra alias 'Dr. Shenka'Sie verstehen sich als Antwort auf die mexikanischen Verhältnisse: Die Band Panteón Rococó, die in ihren Texten immer wieder die Verteilungskämpfe und die Korruption in ihrer Heimat Mexiko kritisiert. Ihre Musik reicht von Punk bis Salsa und mehrfach ist sie damit schon auf dem auf dem Zócalo von Mexiko-Stadt vor zehntausenden von Menschen aufgetreten. Trotz der offensichtlichen Beliebtheit sind im Radio zahlreiche ihrer Lieber auf dem Index - wegen der unbequemen Texte. Derzeit tourt die 11-köpfige Band durch Europa - Und auch wenn nicht jeder spanisch versteht, die Musik kommt offenbar an, die Konzerte sind ausgebucht.
Redaktion: Ina Rottscheidt
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