Interview | 16.09.2008
Udo Steffens: „Nachhaltige Wohlfahrtsverluste wahrscheinlich“
Präsident der Frankfurt School of Finance and Management im Interview der Deutschen Welle
Die Krise auf dem internationalen Finanzmarkt wird nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Udo Steffens „wahrscheinlich zu nachhaltigen Wohlfahrtsverlusten der globalen Ökonomie, insbesondere in den Industrieländern, führen“. In einem Interview der Deutschen Welle sagte der Präsident der Frankfurt School of Finance and Management: „Das ist natürlich eine bittere Pille, weil wir derzeit in Deutschland bereits nachhaltige Konjunktureintrübungen haben.“
Die Situation sei „nicht unmittelbar bedrohlich, weil es eine Krise ist, die sich im Wesentlichen im US-amerikanischen Finanzsystem abspielt. Die Finanzindustrie gehört zu den größten vernetzten Industrien der Welt. So genannte Vergiftungseffekte werden sicher Deutschland und Europa erreichen“, sagte Steffens der Deutschen Welle.
Zugleich sieht er „die große Gefahr, das Kind mit dem Bade auszuschütten“. Banken und Finanzindustrie dürften „nicht überreguliert und damit vielleicht auch stranguliert werden“, so Steffens.
16. September 2008
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