Quadriga
Der internationale Talk
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: EM 2008 - Multikulti am Ball?
Europa jubelt. Vergessen sind das Nein der Iren zum Reformvertrag und die politische Krise in Brüssel. Fußballfieber und Elfmeter-Krimis lassen die Europäer zusammenrücken. Klar, am Ende will jeder die eigene Nationalmannschaft auf dem Siegertreppchen sehen – aber der Gewinner, da sind sich alle einig, ist in jedem Fall Europa.
Deutsche und türkische Medien erklärten "ihr" Halbfinale daher kurzerhand zum "Spiel für Europa" – Politiker das Aufeinandertreffen der Fans zum "Integrationstest". Und so feiern die Fußballfans auf der Fanmeile in Berlin begeistert zwischen Döner und Currywurst, in der einen Hand die deutsche, in der anderen die türkische Flagge.
Fußball als gelebte Integration, dieser Eindruck vermittelt sich auch auf dem Spielfeld: Mit Oliver Neuville, Kevin Kuranyi, Miroslav Klose, Mario Gomez und David Odonkor kämpfen gleich mehrere "Spieler mit Migrationshintergrund" für Deutschland, und Lukas Podolski verhalf der deutschen Elf mit zwei Toren sogar zum Sieg gegen sein Geburtsland Polen. Der gebürtige Hamburger Ivan Klasnic kickte Kroatien ins Viertelfinale, und das türkische Team setzte verstärkt auf die Spielkunst des gebürtigen Gelsenkircheners Hamit Altintop. Liefert die Fußballwelt also das große Vorbild für Integration und Miteinander in einer globalisierten Welt? Es scheint fast so. Aber auch nur fast. Schließlich heißt es noch immer Nationalmannschaft, Nationaltrainer und Nationalhymne...!
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Unsere Gäste waren:
Andreas Rinke - Nach seinem Studium der Geschichte in Hannover, London und Paris steigt er in den Journalismus ein. Seine Laufbahn beginnt er als Politikredakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. 2000 wechselt er in das Berliner Büro der Tageszeitung Handelsblatt. Heute ist er als stellvertretender Büroleiter dieser Zeitung für die Ressorts Außen- und Sicherheitspolitik zuständig.
Wieslaw Wawrzyniak - Der Pole kommt nach seinem Soziologiestudium an der Warschauer Universität nach Berlin. Nach weiteren Studien in Deutschland und Kanada beginnt er seine journalistische Tätigkeit bei "Radio Free Europe" in München. Von 1998 bis 2006 arbeitet er für die polnische Sektion des "BBC World Service" als Korrespondent in Berlin. Nebenbei schreibt er auch für andere polnische Medien, wie " Newsweek Polska" oder die Tageszeitung Rzeczpospolita". Heute ist er politischer Korrespondent und Kommentator des Polnischen Rundfunk "Polski Radio".
Anthony Paterson – In den Anfängen seiner journalistischen Karriere arbeitete Anthony Paterson in London, um dann recht schnell als außenpolitischer Korrespondent aus den europäischen Metropolen zu berichten. Paris, Bonn, Warschau und Wien waren seine Stationen, bevor er sich in Berlin nieder ließ. Tony Paterson erlebte als Reporter für die amerikanische Nachrichten Agentur UPI den Aufstieg und Fall der Solidarnosc-Bewegung in Polen. Für die BBC berichtete er über den Fall der Mauer. Heute ist er Korrespondent für die Tageszeitung The Independent und den Sunday Telegraph.






