Quadriga
Der internationale Talk
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Obamania - Wahlkampf in Berlin?
Der demokratische Präsidentschaftskandidat aus den USA wird von zehntausenden Deutschen erwartet wie ein Superstar. Hoffnungen verknüpfen sich mit Barack Obama. Hoffnungen auf ein besseres Verhältnis zu den USA. Hoffnungen auf eine bessere Welt. Noch nie wurde ein US-Präsidentschaftskandidat so begeistert empfangen. 76 Prozent der Deutschen wünschen sich Barack Obama als Präsidenten der USA.
Während in Deutschland die Obamania tobt, hat in den USA bereits die Entzauberung des Kandidaten begonnen. Seine Gegner werfen ihm vor, im Gegensatz zu seinem republikanischen Kontrahent McCain kein außenpolitisches Profil zu haben. Barack Obama reise nach Berlin, so die Kritik, um mit seiner Rede vor einem deutschen Massenpublikum seine mangelnde Erfahrung in der Außenpolitik zu überspielen. Auch bei Sympathisanten verursacht Obamas Berlin Besuch Bauchweh. Mit seiner Rede vor der Siegessäule im Zentrum der deutschen Hauptstadt versuche der Kandidat sich bereits mit amerikanischen Präsidenten wie Kennedy, Reagan oder Clinton in eine Reihe zu stellen. Dies sei "arrogant".
Obamas Besuch in Berlin ist zweischneidig. Der Wahlkämpfer muss beide Lager bedienen. Die Deutschen wollen den guten Amerikaner bejubeln, der Frieden schafft im Irak und in Afghanistan und ein offenes Ohr für die Sorgen Deutschlands und Europas hat. In den USA will man Barack Obama als patriotischen Amerikaner sehen, der sich für sein Land einsetzt, im Frieden und im Krieg. Wird Obama in Berlin zu sehr gefeiert, könnte das seinem Wahlkampf zuhause schaden.
Die Gäste der deutschen Sendung waren:
Markus Feldenkirchen – ist seit September 2007 stellvertretender Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros in Berlin. Bevor er zum Spiegel kam, war er Parlamentskorrespondent beim Berliner Tagesspiegel, arbeitete fünf Jahre als Reporter und Moderator beim WDR-Radio Eins Live, unternahm Fernsehgastspiele zu Stern TV, Phoenix und zum ARD-Studio New York. Markus Feldenkirchen hat in Bonn und New York Politikwissenschaften, Geschichte und Literaturwissenschaften studiert und die Deutsche Journalistenschule in München besucht. Er ist Gewinner des Axel-Springer-Preises für Nachwuchsjournalisten, des Journalistenpreises der Körber-Stiftung sowie des deutsch-amerikanischen Arthur F. Burns-Journalistenpreises.
Ian Johnson – Der Amerikaner berichtet für "The Wall Street Journal" als Korrespondent aus Berlin. Er gilt als journalistisches Schwergewicht seit er 2001 für seine Reportagen über Falung Gong mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde. Ian Johnson lebte und arbeitete von 1994 an immer wieder in Peking, zunächst für die "Baltimore Sun" als Wirtschaftsredakteur, ab 1997 für "Wall Street Journal" als politischer Korrespondent. Auch heute pendelt er für spannende Reportagen aus China zwischen Peking und Berlin hin und her. Ian Johnson kehrte gerade von einem mehrwöchigen Aufenthalt in China zurück, währenddessen er für eine Sonderausgabe über die Olympischen Spiele recherchierte.
David Patrician– ist seit 2007 als Fulbright-Stipendiat für junge Journalisten in Deutschland. Er arbeitet als Reporter für das WDR-Fernsehen und produziert eigene Sendeformate, in denen er durch Deutschland reist und seine Eindrücke aus US-amerikanischer Perspektive vermittelt. David Patrician war drei Jahre als Redakteur für Voice of America in Washington DC tätig. Davor hat er sechs Jahre in Süd-Korea als Fernsehmoderator für das koreanische Fernsehen gearbeitet, war dort Referent für amerikanische Innen- und Außenpolitik und im Rahmen der Fußball-WM 2002 Korea/Japan tätig.






