| 13.10.2008 | 03:00 UTC
Kabinett will Finanzrettungsplan auf den Weg bringen
BERLIN: Nach der Einigung der Staaten der Euro-Zone auf ein abgestimmtes Vorgehen in der Finanzkrise will die Bundesregierung an diesem Montag mit einem beispiellosen Rettungspaket den deutschen Bankensektor ´zu stabilisieren. Nach Angaben von Unionsfraktionschef Volker Kauder wird das Paket ein Volumen von bis zu 400 Milliarden Euro haben. Es soll im Eilverfahren vom Kabinett und dem Parlament verabschiedet werden. Der Großteil des Geldes ist nach Kauders Angaben für staatliche Garantien vorgesehen, um den Geldhandel zwischen den Banken wieder anzukurbeln und damit die dringend benötigte Liquidität der Institute zu sichern. Ferner sollen die Banken auch direkte Finanzspritzen zur Erhöhung ihres Eigenkapitals erhalten können. Bei Banken, die diese Hilfen in Anspruch nehmen, soll das Vergütungssystem für das Spitzenmanagement geändert werden, so Kauder. - Das deutsche Hilfspaket ist Teil der am Sonntag auf einem Gipfel der Länder der Euro-Zone in Paris vereinbarten gemeinsamen Aktionen gegen die Finanzkrise. Frankreich und Italien wollen an diesem Montag ebenfalls Rettungspakete beschließen.
Börsen-Gewinne nach Rettungsplänen
SYDNEY: Die Aktienbörsen im Asien-Pazifik-Raum haben nach den Entscheidungen zur Rettung des internationalen Finanzsystems vom Wochenende Kursgewinne verzeichnet. Der australische Aktienindex legte zu Handelsbeginn um 5,5 Prozent zu. Auch die Börsen in Südkorea, Singapur und Hongkong starteten im Plus. In Shanghai und Taiwan gaben die Kurse jedoch weiter nach. Die asiatische Leitbörse in Tokio ist an diesem Montag wegen eines Feiertags geschlossen. - Die Börsen in Ost-Asien und der Pazifikregion sind die ersten, die auf den Aktionsplan der G-7-Staaten und das Rettungspaket der Länder der Euro-Zone für das Finanzsystem reagieren konnten.
Weltbank und IWF sagen armen Staaten Hilfe an
WASHINGTON: Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds, IWF, haben den Entwicklungsländern Unterstützung im Kampf gegen die Finanzkrise zugesichert. Weltbank-Präsident Robert Zoellick sagte in Washington, sein Institut könne den armen Staaten etwa bei der Rekapitalisierung angeschlagener Banken helfen. Zugleich forderte Zoellick die reichen Staaten auf, trotz der Belastungen durch die Finanzkrise, ihre Hilfszusagen an die Entwicklungsländer einzuhalten. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn rief dazu auf die andere Krise nicht zu vergessen, die durch die gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise ausgelöst worden sei.
Oppositionsparteien bei Wahl in Litauen vorn
VILNIUS: In Litauen zeichnet sich nach der Parlamentswahl ein Regierungswechsel ab. In von Fernseh-Sendern der Balten-Republik veröffentlichten Nachwahlbefragungen kommen die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Gediminas Kirkilas auf rund 14 Prozent der Stimmen. Die bisherigen Koalitionspartner der Sozialdemokraten sind voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Stärkste Kraft im neuen Parlament wird danach die Konservative Partei des ehemaligen Regierungschefs Andrius Kubilius mit etwa 21 Prozent. Kubilius meldete bereits seinen Anspruch auf die Regierungsbildung an. - Das endgültige Kräfteverhältnis im Parlament dürfte erst nach zu erwartenden Stichwahlen um Wahlkreismandate feststehen.
Wieder türkischer Luftangriff auf PKK im Nordirak
ANKARA: Die türkische Luftwaffe hat erneut mutmaßliche Stellungen kurdischer Rebellen im Norden des Irak angegriffen. Wie die Armeeführung mitteilte, griffen Kampfflugzeuge unter anderem eine Stellung an, in der ranghohe Mitglieder der Kurdischen Arbeiterpartei PKK vermutet worden waren. - Es war der siebte türkische Luftangriff auf Ziele im Nordirak seit einem Überfall kurdischer Kämpfer Anfang Oktober, bei dem 17 Soldaten getötet worden waren. Die PKK nutzt die Bergregion im Nordirak als Rückzugsraum.
ISAF-Kommandeur sieht Erfolge in Afghanistan
KABUL: Der Kommandeur der Isaf-Truppe in Afghanistan, David McKiernan, hat pessimistische Einschätzungen über die militärische Lage in dem Land zurückgewiesen. Es gehe nicht so schnell voran wie gewünscht, sagte der US-General in Kabul. Aber der Westen sei nicht dabei, Afghanistan zu verlieren. McKiernan forderte erneut eine Aufstockung der internationalen Truppen, um den Kampf gegen die Aufständischen zu intensivieren. - Der Kommandeur der britischen Truppen in Afghanistan, Mark Carleton-Smith, hatte vor kurzem einen Sieg gegen die Taliban ausgeschlossen. - Bei Kämpfen zwischen Taliban und Sicherheitskräften im Süden Afghanistans wurden nach offiziellen Angaben am Sonntag mehr als hundert Rebellen getötet.
Pakistanische Luftwaffe tötet etwa 40 Aufständische
ISLAMABAD: Die pakistanische Luftwaffe hat in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan nach Armeeangaben mindestens 37 Taliban-Kämpfer getötet, darunter, wie es hieß, mehrere potenzielle Selbstmordattentäter. 27 der Rebellen sollen bei einem Kampfhubschrauber-Angriff auf eine Stellung in der Bergregion Orakzai gestorben sein, weitere zehn in der halbautonomen Region Bajaur.
Simbabwe: Tsvangirai droht mit Rückzug von Machtteilung
HARARE: In Simbabwe hat der bisherige Oppositionschef Morgan Tsvangirai damit gedroht, seine Zustimmung zu dem im September ausgehandelten Abkommen über eine Regierung der nationalen Einheit zurückzuziehen, wenn Präsident Robert Mugabe weiterhin alle Schlüsselministerien für seine Partei ZANU-PF beansprucht. Das Abkommen war unter Vermittlung des südafrikanischen Ex-Präsidenten Thabo Mbeki zustandegekommen. Es sieht eine Teilung der Macht vor zwischen der ZANU-PF und Tsvangirais "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC). Am Samstag hatte eine regierungsnahe Zeitung berichtet, Mugabes Partei wolle unter anderem die Ressorts Inneres, Sicherheit, Außenpolitik, Information und lokale Verwaltung übernehmen. Die MDC hatte dies als arrogantes Vorgehen und Bruch der erzielten Vereinbarungen bezeichnet.
Haider war bei tödlichem Unfall zu schnell unterwegs
WIEN: Der österreichische Politiker Jörg Haider ist vor seinem tödlichen Autounfall mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren. Der 58-Jährige sei mit 142 Stundenkilometern unterwegs gewesen und damit doppelt so schnell wie erlaubt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt mit. Der Dienstwagen, mit dem Haider verunglückte, war den Angaben zufolge technisch in Ordnung. Der Rechtspopulist und Kärntner Regierungschef war in der Nacht zum Samstag nach einem Überholmanöver von der Fahrbahn abgekommen. Sein Auto hatte sich mehrfach überschlagen. Haider war seinen schweren Verletzungen noch am Unfallort erlegen. - Zu Haiders Nachfolger als Chef der rechtsgerichteten Partei "Bündnis Zukunft Österreich" wurde sein 27-jähriger bisheriger Stellvertreter Stefan Petzner ernannt.
Papst ernennt vier neue Heilige
ROM: Papst Benedikt XVI. hat bei einem Festgottesdienst auf dem Petersplatz vier Menschen heilig gesprochen, unter ihnen drei Frauen. Die indische Nonne Anna Muttathupandathu und die Ecuadorianerin Narcisa de Jesus Martillo sind die jeweils ersten weiblichen Heiligen ihrer Nation. Ebenfalls in den Heiligenstand erhoben wurden die Schweizer Ordensfrau Maria Bernarda Bütler und der neapolitanische Ordensgründer Gaetano Errico. Im Anschluss an den Festgottesdienst rief der Papst zum Gebet für die verfolgten Christen in Indien auf. Unter den mehreren Zehntausend Teilnehmern der Zeremonie waren zahlreiche Inder.
Kuranyi entschuldigt sich bei Löw - Boll holt EM-Gold
ZUM SPORT: Die Karriere von Stürmer Kevin Kuranyi in der Fußball-Nationalmannschaft ist zu Ende. Bundestrainer Joachim Löw erklärte, er werde Kuranyi nicht mehr berücksichtigen, nachdem dieser noch während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland das Stadion verlassen hatte. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte, dass sich der Spieler von Schalke 04 inzwischen telefonisch bei Löw entschuldigt habe, was aber nichts an der Entscheidung ändere. - Im Tischtennis hat Europameister Timo Boll erfolgreich seinen Titel gegen den Weißrussen Wladimir Samsonow verteidigt. In der Formel 1 gewann Renault-Pilot Fernando Alonso den Großen Preis von Japan.
Das Wetter am Montag: wechselhaft
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND; die Vorhersage für Montag:
Im Norden bewölkt und gelegentlich Regen. Im übrigen Deutschland nach Nebelauflösung freundlich, später vor allem im Westen wolkiger mit Regenfällen. Tageshöchstwerte 16 bis 25 Grad.