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Wort der Woche

 
Jemand, der sich von einer Krankheit oder auch vom stressigen Alltag erholen will, fährt in Kur. Dann verbringt er oder sie ein paar Wochen am Meer oder in den Bergen. Meist bleiben Partner oder Familie zuhause – schließlich braucht man Ruhe! Schnell sind neue Bekanntschaften geschlossen: man sitzt zusammen im Speisesaal, unternimmt gemeinsam Ausflüge, geht am Abend zum Tanz und verliebt sich vielleicht sogar ein bisschen! Dann hat man einen Kurschatten, also eine Bekanntschaft für die Dauer der Kur. Doch so schnell wie die Erholung im stressigen Alltag wieder verschwindet, so schnell ist auch ein Kurschatten nach der Kur meist wieder weg. Im zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland nicht genügend Lebensmittel. Darum durfte jeder nur eine bestimmte Menge an Waren kaufen. Doch für ganz besondere Kunden hatten die Verkäufer immer ein paar Waren unter ihrer Ladentheke versteckt. Wenn ein Kunde diese Sachen kaufen wollte, dann musste sich der Verkäufer nach den Waren bücken. Deswegen nannte man sie Bückware. Heute hat der Begriff eine neue Bedeutung bekommen: Bückwaren sind die Lebensmittel, die besonders billig sind und unten im Regal liegen. Damit nutzen die Supermärkte die Bequemlichkeit mancher Kunden aus, denn die sollen ja lieber die teuren Sachen kaufen, die auf Augenhöhe im Regal liegen. Wenn sich die Spitzen von Haaren spalten, dann nennt man das Spliss. Das sieht nicht schön aus und meist gibt es nur eine Möglichkeit: abschneiden - kurz und schmerzlos. Wenn doch nur alles so schnell erledigt wäre! Denn wenn eine Person Haarspalterei betreibt, dann kommt man nicht so leicht davon. Haarspalterei bedeutet, dass jemand über jede Kleinigkeit diskutiert und immer alles in Frage stellt. Diskussionen mit so jemandem dauern meist sehr, sehr lange. Egal, ob im wörtlichen oder übertragenen Sinne: Haarspalterei ist unbeliebt. Wenn ein Krokodil ein anderes Tier frisst, dann hat es dicke Tränen in den Augen. Biologisch gibt es für das Weinen keine genaue Erklärung. Es kann sein, dass dem Tier die Tränen kommen, weil es beim Fressen sein Maul sehr weit öffnet. Vielleicht ist das Raubtier aber auch traurig, weil seine Beute sterben musste. Ganz schön heuchlerisch von dem Krokodil! Darum sagt man, dass jemand, der Sie sind braun und süß, aber man kann nicht auf ihnen reiten. Bei Honigkuchenpferden handelt es sich nämlich nicht um eine Pferderasse, sondern um ein spezielles Gebäck. Die Pferdchen sind aus Leb- oder Honigkuchen gebacken und werden auf dem Jahrmarkt verkauft. Mit viel Zuckerguss wird ihnen ein Sattel, eine Mähne und ein riesiges Lächeln aufgemalt. Darum sagt man auch zu jemandem, der übers ganze Gesicht strahlt: Es war einmal ein Mädchen, das zum Markt ging. Dort wollte es Milch verkaufen. Unterwegs träumte das Mädchen davon, was es für das eingenommene Geld alles bekommen könnte. Zum Beispiel ein Huhn, dessen Eier es dann anbieten würde. So könnte es sich eine Kuh und ein Schwein leisten. Das Mädchen rechnete sich aus, bald reich zu sein. Dabei achtete es nicht auf den Weg, stolperte und verschüttete die kostbare Milch. Die Moral von der Geschicht’: Milchmädchenrechnungen stimmen nicht! Wenn also von einer Milchmädchenrechnung die Rede ist, dann ist damit ein Plan gemeint, der nicht aufgeht, weil nicht alle möglichen Probleme bedacht wurden. Sie sind immer unwillkommen! Gemeint sind nicht etwa Gäste, die ungebeten zum Essen erscheinen. Nein, Mitesser sind Hautunreinheiten im Gesicht. Sie sehen aus wie kleine schwarze Punkte und entstehen, wenn eine Hautpore verstopft. Besonders an der Nase fühlen sich Mitesser wohl. Wenn man sie loswerden will, kann man versuchen sie auszudrücken. Aber Vorsicht: schnell wird aus einem kleinen Mitesser ein dicker, entzündeter Pickel. König Midas, Esel und auch Bücher haben eins gemeinsam: sie alle haben Eselsohren. Die vom König Midas waren der Sage nach grau und lang wie die Ohren eines Esels. Die von Büchern sehen aber anders aus. Wenn einzelne Seiten in einem Buch an den Ecken umgeknickt sind, dann hat das Buch Eselsohren. Manche Menschen machen mit Absicht Knicke in die Seite, um sie sich zu markieren. So können sie, wenn sie weiterlesen wollen, die Stelle schnell wiederfinden. Leiht man jemandem ein Buch, dann kann man sagen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – doch, gerade! Vor allem beim Theaterbesuch. Wenn jemand Theater macht, ist das allerdings weniger gern gesehen. Denn das bedeutet, dass sich jemand aufregt. Aber was haben Affen damit zu tun? Wenn Affen sich aufregen, dann hüpfen sie aufgeregt umher. Jemand, der ein Affentheater macht, verhält sich ähnlich lächerlich. Er regt sich lautstark über eine Sache auf, die eigentlich nicht so schlimm ist. Dann kann man sagen: Wer meint, dass früher alles besser war, sollte vielleicht daran denken, wie man im Mittelalter mit Verbrechern umging. Oft wurden ihnen Körperteile wie Finger oder Hände abgehackt oder man fügte ihnen Narben zu. Eine besondere Strafe war es, bestimmten Handwerkern, die traditionell einen Ohrring trugen, diesen abzureißen – und zwar so, dass eine lange schlitzförmige Narbe zurückblieb. So war das Wenn man an einem heißen Tag in einem Café sitzt und der Kellner sich einfach nicht blicken lässt, fühlt man sich leicht wie ein Verdurstender in der Wüste. In einer Wüste sieht man weit und breit nichts außer Sand – und in einer Servicewüste sieht man weit und breit keinen Service. Die Deutschen bezeichnen ihr Land gern als Servicewüste: z.B. wenn sie im Café lange auf den Kellner warten müssen, keinen Schaffner auf dem Bahnhof finden oder auch nach dem zehnten Anruf niemand an die Telefon-Hotline geht. Dann schimpfen sie schon mal über die
 

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