Aktuell | 09.05.2008 | 13:05
Wiederaufstieg zur Großmacht – Russland demonstriert Stärke

Die Dramaturgie ist nicht zufällig: Erst wird Russlands neuer Präsident Dmitrij Medwedew inthronisiert, dann Ministerpräsident Wladimir Putin. Und schließlich begeht das Land den Tag des Sieges über Nazi-Deutschland mit einer bombastischen Militärparade. Die Botschaft: "Wir sind wieder wer" – politisch, militärisch und auch wirtschaftlich.
Die Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion haben der einstigen Großmacht frühkapitalistische Wirren gebracht. Bürgerrechte und Pressefreiheit waren zwar liberal. Dafür durchlitt das Land eine Krise, in der Vetternwirtschaft und Korruption regierten und die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wurde. Dann wurden mit Putin die Grundrechte wieder eingeschränkt, aber wirtschaftlich ging es bergauf.
Nun gibt es wieder Anlass zu nationalem Stolz: Putin sorgt seit seiner Aufkündigung des Vertrags über konventionelle Streitkräfte für Paukenschläge auf der internationalen Bühne. Und die – eigentlich ungeliebten – russischen Oligarchen investieren ihre Milliarden nun im Ausland. Moskau ist "in" – und mittlerweile die teuerste Stadt der Welt. Russland steigt wieder zur Großmacht auf.
Der neue Staatspräsident hat für seine Amtszeit eine Fortsetzung des Kurses seines Ziehvaters Putin versprochen. Gleichzeitig hat Medwedew aber eine Stärkung der Bürgerrechte angekündigt und der Korruption den Kampf angesagt. Leere Worte?
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