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Unter der Lupe - Volle Auftragsbücher für Wirtschaftsdetektive

Mit Sherlock Holmes haben sie nur wenig zu tun - Privatdetektive in Deutschland ermitteln in den wenigsten Fällen bei Mord oder Raub. Die meisten Auftraggeber der rund 1500 Detekteien kommen aus der Wirtschaft.
70 bis 80 Prozent aller Ermittlungen finden in Unternehmen statt. Die Branche macht pro Jahr einen Umsatz von rund 220 Millionen Euro. Den größten Teil davon mit der Überwachung von Angestellten mit Minikameras, Peilsendern und eingeschleusten Mitarbeitern. Die Detektive profitieren von der Angst der Unternehmen vor Wirtschaftsspionage oder Verlusten durch Diebstahl. Häufig bewegt sich der Detektiv in seinem Berufsalltag in einer rechtlichen Grauzone. Denn die heimliche Videoüberwachung ist nur dann zulässig, wenn ein konkreter Verdacht besteht. Und auch dann nur zeitlich und räumlich begrenzt. Seriöse Detekteien distanzieren sich bewusst von den schwarzen Schafen der Branche. Doch klappt die Gratwanderung? Was darf ein Wirtschaftsdetektiv überwachen? Claudia Laszczak hat in Berlin Wirtschaftsdetektive getroffen.
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Videokamera, Fotoapparat und Diktiergerät - Privatdetektiv Jörg Behm macht sich auf den Weg zu einem neuen Auftrag. Er soll den Mitarbeiter einer Firma beschatten. Offiziell ist dieser auf Geschäftsreise - doch der Chef hat den Verdacht, daß er stattdessen Urlaub macht.
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Jörg Behm soll den Fall aufklären. Und beobachtet den Angestellten heimlich: "Um Leuten, die sich in Sicherheit wiegen, etwas nachzuweisen, kann man es ja nur machen, wenn man verdeckt im Auto sitzt. Und die wiegen sich in Sicherheit und man weist denen dann die Tätigkeit nach, der sie nicht nachgehen dürfen oder sollen." - "Und das dürfen Sie auch?", fragen wir. "Ja", so seine Antwort.
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Nach deutschem Recht sind private Ermittlungen im Auftrag einer Firma erlaubt. Doch der Detektiv muss sich absichern. Jörg Behm: "Wir müssen prüfen, ist der wirklich bei ihm angestellt. Ist das eine Person, zu der er eine Beziehung hat. Und es gibt Verdachtshinweise, die wir in der Regel vorher überprüfen. Da ist was dran, dann gehen wir der Sache nach und versuchen die zu erhärten oder eben die Sache auch aus dem Weg zu räumen."
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Einen Angestellten überwachen, darf nur wer einen konkreten Verdacht hat. Detektive sind für Unternehmen häufig die Alternative zur Polizei. Viele Chefs klären Probleme lieber ohne Öffentlichkeit. Schwarzarbeit, Betrug oder Diebstahl - die Fälle sind vielfältig. Private Ermittler dürfen zwar persönliche Informationen über Mitarbeiter sammeln - doch ein Ausspionieren ist nicht erlaubt. Datenschützer betrachten die rund 1500 Privatdetektive in Deutschland skeptisch.
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Peter Schaar ist der Bundesbeauftragte für Datenschutz. Er sagt: "Ein heimliches Orten, ein heimliches Beobachten, ein heimliches Ausspionieren ist sicherlich nur in sehr, sehr extremen Ausnahmesitutionen, bei dem konkretem Verdacht von Vertragsverletzungen und Straftaten zulässig." Beim Verdacht auf Diebstahl durch Angestellte ist auch die Videoüberwachung erlaubt.
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Ralf Beyer kennt sich mit spezieller Kameratechnik aus. Der Detektiv installiert Minikameras in Supermärkten und Geschäften: "Drei Viertel aller Einsätze die im detektivischen Bereich dort gefahren werden, werden eigentlich in Unternehmen mit solchen mit solchen Nadelöhrtechniken durchgeführt", sagt Beyer. Die winzigen Kameraobjektive sind gut versteckt - wie hier: eingebaut in einem Feuermelder.
Überwacht wird häufiger, als manch Mitarbeiter denkt. Ralf Beyer, ermittelt im Auftrag von Unternehmen: "Klassische Diebstahlshandlungen bis zu Sabotagehandlungen in großen Industrieunternehmen. Bis zur Klärung von Sachverhalten wie Nichtausnutzung der Arbeitszeit, Arbeitszeitdiebstahl eben die klassische Krankschreibung spielt auch in der detektivischen Arbeit für Unternehmen eine immer noch große Rolle."
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Mit Hilfe moderner Technik sind der privaten Überwachung kaum noch Grenzen gesetzt. Die Satellitenortung per GPS - auch sie wird von Detektiven genutzt. Ein Sender - unsichtbar am Auto angebracht, liefert exakte Daten über Reiseroute oder Aufenthaltsort einer bewachten Person. Schlechte Aussichten für die nächste Privatreise im Dienstwagen.
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