Günter Nooke: „Boykott-Diskussion der Spiele beenden“
Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung im Interview der Deutschen Welle
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), hat sich für ein Ende der Diskussion über einen Boykott der Olympischen Spiele 2008 in Peking ausgesprochen. In einem Interview der Deutschen Welle sagte Nooke: „Peking wollte die Spiele politisch für sich nutzen. Andere nutzen sie jetzt für ihre Interessen und da, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden.“ Er glaube deshalb nicht, „dass man den Boykott weiter diskutieren sollte“.
Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Welle, er erwarte, dass westliche Besucher der Olympischen Spiele „zum Ausdruck bringen, auf welcher Seite man steht“. Die freie Meinungsäußerung in den Stadien dürfe auch vom IOC nicht unterbunden werden. Nooke: „Wir leben doch nicht im Zeitalter der Gladiatorenkämpfe, wo der Kaiser sagen konnte, was da unten geschieht.“ Der Menschenrechtsbeauftragte sprach sich dafür aus, die Austragung der Olympischen Spiele in China „in vollem Umfang zu nutzen, eine breite Öffentlichkeit auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. Nach den Spielen muss sich etwas substanziell für die Menschen in China verbessert haben. Es reicht nicht, wenn jetzt im Vorfeld ein paar Zugeständnisse gemacht werden und hinterher die Schraube umso mehr angezogen wird“, so Nooke im deutschen Auslandsrundfunk.
14. April 2008
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