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29.04.2008

Studieren ohne Grenzen

Zerstörte Häuser nach dem Krieg in Tschetschenien

In Krisengebieten können Jugendliche gar nicht oder nur unter schlechten Bedingungen studieren. Studenten aus Deutschland haben eine Organisation gegründet, um Menschen in diesen Regionen ein Studium zu ermöglichen.

"Wenn du bombardiert wirst, kannst du nicht an Bücher denken", sagt Ajub. Er wird ernst, wenn er von seiner Heimat Tschetschenien spricht. "Die Bildung in Tschetschenien ist schlecht", sagt Ajub. "Und für viele Tschetschenen ist es fast unmöglich, für ein Praktikum oder ein Studium ins Ausland zu gehen." Doch Ajub hat es geschafft. Mittlerweile wohnt und studiert der 25-Jährige in Konstanz am Bodensee.

 

Er war der erste ausländische Student, den eine Gruppe Studierender aus Konstanz und Tübingen nach Deutschland geholt hat. Unter dem Motto "Studieren ohne Grenzen" haben sich vor anderthalb Jahren zwölf Studenten aus Süddeutschland zusammengeschlossen. Sie sammeln Geld, um jungen Menschen in Krisengebieten entweder vor Ort ein Studium zu finanzieren oder sie nach Deutschland zu holen.

 

Ohne die Hilfe der deutschen Studenten hätte Ajub es nicht geschafft, im Ausland zu studieren. Die Universität Konstanz stellt ihm kostenlos ein Zimmer im Studentenwohnheim zur Verfügung, damit er hier Verwaltungswissenschaften studieren kann. Wenn er nach Tschetschenien zurückkommt, möchte er sich für die Menschenrechte einsetzen.

 


Glossar

 

Krisengebiet, das – eine Region, in der es politische Konflikte gibt und in der es zu Kämpfen kommen kann

 

etwas gründen – etwas Neues beginnen; etwas Neues aufbauen

 

bombardiert werden – mit Bomben angegriffen werden

 

Tschetschenien – eine autonome Republik in Russland

 

Praktikum, das – eine Zeit, die man in einem Betrieb verbringt, um die Arbeit dort kennen zu lernen

 

Motto, das – hier: ein Spruch, der kurz und knapp etwas beschreibt

 

sich zusammenschließen – etwas gemeinsam machen

 

vor Ort – hier: da, wo derjenige/diejenige gerade ist

 

jemandem etwas finanzieren – jemandem Geld für etwas geben

 

kostenlos – ohne dass man dafür bezahlen muss

 

Studentenwohnheim, das – ein großes Haus, in dem Studenten für sehr wenig Geld wohnen können

 

Verwaltungswissenschaften, die – eine Mischung aus Politik, Jura und internationalen Beziehungen

 

Menschenrechte, die – grundsätzliche Rechte (zum Beispiel auf freie Meinungsäußerung), die Menschen zustehen, egal zu welchem Staat sie gehören

 


Fragen zum Text

 

Ajub wohnt und studiert in …

1.      Tübingen.

2.      Tschetschenien.

3.      Konstanz.

 

Süddeutsche Studenten haben sich zusammengeschlossen, um …

1.      Lebensmittel in Krisengebiete zu schicken.

2.      jungen Menschen in Krisengebieten ein Studium zu ermöglichen.

3.      gegen Krieg zu demonstrieren.

 

Wenn etwas kostenlos ist, dann …

1.      muss man viel Geld dafür bezahlen.

2.      muss man kein Geld dafür bezahlen.

3.      hat es keinen Wert.

 

 

Arbeitsauftrag

Die Studenten aus Süddeutschland haben sich zusammengeschlossen, um jungen Menschen in Krisengebieten entweder vor Ort ein Studium zu finanzieren oder sie nach Deutschland zu holen. Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Organisation gründen. Wen würden Sie unterstützen und wie würden Sie das machen? Schreiben Sie Ihre Ideen auf und diskutieren Sie anschließend in der Gruppe darüber.

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