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02.05.2008

Pripjat – das vergessene Dorf bei Tschernobyl

Eine verlassene Schule in Pripjat

1986 explodierte ein Reaktorblock im Atomkraftwerk Tschernobyl. Nur vier Kilometer entfernt davon liegt das Dorf Pripjat. Früher lebten dort 50.000 Menschen. Heute ist das Dorf verlassen.

Auf den Straßen von Pripjat wächst Unkraut. Die Plattenbauten zerbröckeln langsam. Früher lebten 50.000 Kraftwerksmitarbeiter mit ihren Familien in Pripjat. Heute ist das Dorf eine Geisterstadt. 1986 explodierte der vierte Reaktorblock im Atomkraftwerk Tschernobyl und alle Menschen mussten das Dorf räumen.

 

Auch Viktor Haidak und seine Familie wohnten damals in Pripjat. Der ehemalige Kraftwerksingenieur wird bald 68 Jahre alt. Er leidet unter den Folgen der Katastrophe. "Ich hatte Krebs und zwei Herzinfarkte. Mir geht es schlecht und ich zähle jeden Tag, den ich lebe", sagt er.

 

Im letzten Jahr besuchten er und seine Familie die alte Heimat. Viktors Frau Lijdja erinnert sich an die Reise: "Es ist ein furchtbarer und merkwürdiger Ort. Dort ist nichts Lebendes geblieben." Die Haidaks haben sich ihr altes Haus angeschaut und das Krankenhaus, in dem ihr Sohn Nicolaj auf die Welt kam, fotografiert.

 

Nikolaj war noch ein Säugling, als der Reaktor explodierte. Schon als Baby hatte er Krebs. Jetzt studiert der 22-Jährige Informatik. "Ich will Computer-Programmierer werden. Ich bin krank, aber versuche nicht immer daran zu denken – um zu leben."

 

 

Glossar

 

Tschernobyl – der ukrainische Ort, in dem 1986 das Atomkraftwerk explodierte

 

Reaktorblock, der – der Teil eines Atomkraftwerks, in dem Energie mit Atomen gemacht wird

 

Atomkraftwerk, das – ein Kraftwerk zur Gewinnung von Strom durch Atome

 

Unkraut, das – wild wachsende Pflanzen

 

Plattenbau, der – ein Mehrfamilienhaus, das aus fertigen Betonteilen zusammengebaut wurde

 

zerbröckeln – zerfallen

 

Kraftwerksmitarbeiter/in, der/die – hier: jemand, der in dem Atomkraftwerk arbeitet

 

Geisterstadt, die – eine Stadt, in der keine Menschen mehr leben

 

jemand muss etwas räumen – jemand muss etwas schnell verlassen

 

Katastrophe, die – ein sehr schlimmes Ereignis

 

Krebs, der – eine gefährliche Krankheit, bei der bestimmte Zellen im Körper unnatürlich stark wachsen

 

Herzinfarkt, der – eine Erkrankung des Herzens

 

furchtbar – sehr schlimm

 

Säugling, der – ein Baby

 

Informatik, die – die Computerwissenschaft

 

Computer-Programmierer – jemand, der Programme für den Computer entwickelt

 

 

Fragen zum Text

 

Die Haidaks mussten ihre Heimat verlassen, weil …

1.      es eine Hungersnot gab.

2.      ein Atomkraftwerk explodiert ist.

3.      die Häuser alt waren.

 

Viktor Haidak leidet unter …

1.      den Folgen der Explosion des Atomkraftwerks.

2.      der schlechten Luft in der Ukraine.

3.      großer Langeweile.

 

Was studiert Nicolaj Haidak?

1.      Informatik

2.      Wirtschaft

3.      Deutsch

 

 

Arbeitsauftrag

Sind Atomkraftwerke sinnvoll und wichtig? Oder sind Sie zu gefährlich und sollten deswegen abgeschaltet werden? Informieren Sie sich über das Thema und diskutieren Sie anschließend in der Gruppe darüber.

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